Mehr Personal, zusätzliche Ressourcen und unterschiedliche Förderwege: Bei einer Podiumsdiskussion im Kreistagssaal des Landkreises Mainz-Bingen haben Vertreter aus Schulen und Interessenvertretungen über die Förderschulverordnung beraten. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Unterstützung Schulen für die Förderung und Inklusion von Kindern benötigen. Die Veranstaltung knüpfte an eine bereits 2024 geführte Diskussion des Landkreises zu den Änderungen der Förderschulverordnung an.
Schulen fordern mehr Personal und Ressourcen
Die Teilnehmer sprachen sich unter anderem für mehr sonderpädagogisches Fachpersonal und multiprofessionelle Teams an Grund-, Förder- und Schwerpunktschulen aus. Auch Kindertagesstätten sollen bei entsprechendem Bedarf stärker durch sonderpädagogische Fachkräfte unterstützt werden.
Landrat Thomas Barth erklärte, gute Förderung brauche ausreichendes Personal und die notwendigen Ressourcen. Die zweite Kreisbeigeordnete Almut Schultheiß-Lehn betonte, dass Förderschulen und Inklusion sich ergänzen und nicht gegeneinander stehen sollen.
Kritik an späteren Gutachten
Ein weiterer Schwerpunkt war der Zeitpunkt sonderpädagogischer Gutachten. Die Teilnehmer kritisierten, dass die Verordnung sonderpädagogische Gutachten erst in bestimmten Klassenstufen vorsieht. Nach ihrer Einschätzung kann dadurch wertvolle Zeit für lernbeeinträchtigte Kinder verloren gehen.
Außerdem wurden der Erhalt des freiwilligen zehnten Schuljahres an Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen, die Wiedereinführung von Schulkindergärten und eine stärkere Sprachförderung angesprochen. Bereits bei einer Diskussion im Jahr 2024 hatte der Landkreis ähnliche Forderungen an das Land gerichtet.
Diagnostik und Elternbeteiligung sollen verbessert werden
Die Teilnehmer verwiesen außerdem auf lange Wartezeiten bei diagnostischen Angeboten und forderten einfachere Verfahren für sonderpädagogische Gutachten. Auch Eltern und Interessenvertretungen sollen nach dem Wunsch der Beteiligten stärker in Entscheidungen einbezogen werden. Dabei ging es unter anderem um die Wahl zwischen verschiedenen Schulformen und Fördermöglichkeiten.
Die während der Veranstaltung gesammelten Forderungen sollen nun an die Landesebene weitergegeben werden.
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