Branchenstreik Gesundheit und Campus Mainz
ver.di: Beim Branchenstreik Gesundheit und Campus Mainz sind für Mittwoch, 28. Januar, mehrere Einrichtungen betroffen. Beschäftigte aus Hochschulen, Studierendenwerken und Gesundheitseinrichtungen sind zu Warnstreiks aufgerufen. Geplant ist eine Kundgebung um 10 Uhr auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vor der Schule des Sehens.
Betroffen sind unter anderem die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, das Studierendenwerk Mainz, die Hochschule Mainz, die Technische Hochschule Bingen sowie die Rheinhessen-Fachklinik Alzey. Der Streik ist Teil der laufenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder.
Position der Gewerkschaft ver.di
ver.di begründet die Warnstreiks mit dem bisherigen Verlauf der Tarifverhandlungen. „Die Arbeitgeber lassen am Verhandlungstisch jede Wertschätzung für die Leistung der Beschäftigten vermissen“, sagte Patricia Tautermann vom ver.di-Bezirk Mittelrhein. Auch in der zweiten Verhandlungsrunde habe es kein konkretes Angebot gegeben.
Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Nachwuchskräfte sollen monatlich 200 Euro mehr erhalten und nach der Ausbildung unbefristet übernommen werden. Zudem verlangt ver.di höhere Zeitzuschläge sowie eine tarifliche Absicherung studentischer Beschäftigter.
Sicht der Arbeitgeberseite
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder weist die Vorwürfe zurück und verweist auf die laufenden Gespräche. Nach Angaben der TdL befinden sich die Verhandlungen noch in einem frühen Stadium. Ein verbindliches Angebot werde üblicherweise erst vorgelegt, wenn alle Forderungen bewertet seien.
Zudem betont die Arbeitgeberseite die angespannte Haushaltslage der Länder. Hohe Abschlussforderungen seien aus Sicht der TdL nur begrenzt finanzierbar, da sie langfristige Auswirkungen auf Landeshaushalte und Folgejahre hätten. Die Länder verweisen außerdem auf bestehende Tarifsteigerungen aus früheren Abschlüssen.
Auswirkungen vor Ort
In der Rheinhessen-Fachklinik Alzey kann es am Streiktag zu Einschränkungen kommen. Die medizinische Versorgung sei jedoch sichergestellt. „Die Beschäftigten streiken verantwortungsbewusst, niemand wird wegen des Warnstreiks zu Schaden kommen“, erklärte Veith Stahlheber von ver.di.
Die nächste Verhandlungsrunde zwischen ver.di und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder ist für den 11. Februar in Potsdam angesetzt.