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Blutspenden trotz Fastnacht: Warum jede Spende Leben rettet – auch an Rosenmontag

Blutspenden trotz Fastnacht: Warum jede Spende Leben rettet – auch an Rosenmontag
Antenne Bad Kreuznach Moderator Patrick Berger im Interview mit Aaron Strack vom DRK Blutspendedienst West / Quelle: Rhein-Nahe-Direkt

Das Blutspendezentrum im Salinental – Herzstück der Versorgung

Bad Kreuznach. Blutspenden gehören zu den unsichtbaren, aber lebenswichtigen Säulen unseres Gesundheitssystems. Gerade rund um Feiertage und die närrischen Tage geraten die Blutreserven jedoch immer wieder unter Druck. Im Radiotalk „Nahe Dran“ auf Antenne Bad Kreuznach sprach Antenne Bad Kreuznach Moderator Patrick Berger mit Aron Strack vom DRK Blutspendedienst West über die Arbeit im Blutspendezentrum im Salinental, persönliche Schicksale – und darüber, warum Blutspenden auch an Rosenmontag so wichtig sind.


Interview

ANTENNE:

Wir stehen kurz vor den närrischen Tagen – und da ist uns etwas Besonderes aufgefallen: Auch an Rosenmontag kann Blut gespendet werden. Bei mir zu Gast ist heute Morgen Aron Strack vom DRK Blutspendedienst West. Schönen guten Morgen! Viele kennen das Blutspendezentrum im Salinental aus der Radiowerbung. Was passiert dort eigentlich alles?

Aron Strack:
Im Großen und Ganzen: Blutspende. Wir führen im Salinental täglich Teilblutspenden durch, also Thrombozyten- und Apheresespenden. Zusätzlich gibt es jeden Montag von 16 bis 19 Uhr Vollblutspenden.

ANTENNE:
Was ist der Unterschied zwischen Teilblut- und Vollblutspende?

Aron Strack:
Beim Blut gibt es verschiedene Bestandteile: rote Blutkörperchen, Blutplättchen, Plasma. Bei der Teilblutspende können wir diese gezielt entnehmen. Bei der Vollblutspende wird – vereinfacht gesagt – alles zusammen gespendet.

Kühlkammern, Tiefkühlschränke und ein sensibles Lager

ANTENNE:
Ihr habt im Salinental auch ein großes Lager. Wie kann man sich das vorstellen?

Aron Strack:
Wir haben Kühlkammern, Tiefkühlschränke und sogenannte Rüttelschränke. Dort lagern die Blutbestandteile sortiert nach Blutgruppen und Rhesusfaktoren. So können wir jederzeit schnell die passenden Konserven für die Krankenhäuser bereitstellen.

ANTENNE:
Wie voll ist dieses Lager normalerweise?

Aron Strack:
Platz wäre genug. In den letzten Wochen war es leider sehr leer – zeitweise unter 1.000 Konserven. Für Rheinland-Pfalz benötigen wir täglich 450 bis 600 Konserven. Ideal wäre eine Reserve von vier bis sechs Tagen.

Blutspende-Versorgung für Rheinland-Pfalz und das Saarland

ANTENNE:
Versorgt ihr von Bad Kreuznach aus das ganze Land?

Aron Strack:
Ja, wir beliefern Rheinland-Pfalz und das Saarland. Rund 90 Prozent der Krankenhäuser beziehen ihre Blutkonserven über uns. Von Bad Kreuznach aus werden sie täglich auf Bestelltouren ausgeliefert – für Operationen, Notfälle und Therapien.

Wie lange Blut haltbar ist

ANTENNE:
Wie lange sind Blutkonserven eigentlich haltbar?

Aron Strack:
Das ist unterschiedlich:

  • Rote Blutkörperchen: etwa 42 Tage
  • Plasma: tiefgefroren, mehrere Jahre haltbar
  • Thrombozyten: nur fünf Tage

Gerade an Feiertagen oder rund um Fastnacht wird das schnell kritisch.

Ein persönliches Schicksal: Vom Mitarbeiter zum Patienten

ANTENNE:
Deine eigene Geschichte ist besonders. Wie bist du zum DRK gekommen?

Aron Strack:
Ich wollte mich beruflich neu orientieren – trotz starker Nadelphobie. Kurz nach meinem Start beim Blutspendedienst wurde bei mir akute Leukämie diagnostiziert.

ANTENNE:
Und plötzlich warst du selbst auf Blutspenden angewiesen?

Aron Strack:
Ja. In weniger als drei Monaten habe ich über 100 Blutprodukte erhalten – Thrombozyten und rote Blutkörperchen. Ohne diese Spenden würde ich heute nicht hier sitzen.

ANTENNE:
Man kann also sagen: Die Blutspende hat dir das Leben gerettet.

Aron Strack:
Definitiv – und sie tut es bis heute.

Wofür Blutspenden gebraucht werden

ANTENNE:
In welchen Situationen wird Blut benötigt?

Aron Strack:
Bei UnfällenOperationenHerz-OPsKrebstherapien, Vergiftungen. Besonders in der Onkologie brauchen Patientinnen und Patienten oft täglich mehrere Konserven. Blutspenden sind eine echte gesellschaftliche Aufgabe.

Rosenmontag ist kein „blutfreier Tag“

ANTENNE:
Warum ist Blutspenden gerade an Feiertagen wie Rosenmontag so wichtig?

Aron Strack:
Krankenhäuser kennen keine Feiertage. Auch an Rosenmontag müssen Patientinnen und Patienten versorgt werden. Deshalb ist das Blutspendezentrum im Salinental auch an Rosenmontag geöffnet – wie an jedem Montag.

So läuft eine Blutspende ab

ANTENNE:
Was erwartet Spenderinnen und Spender konkret?

Aron Strack:

  • Anmeldung und Registrierung
  • Fragebogen mit 29 Fragen
  • Kurzer Gesundheitscheck (Hb-Wert, Temperatur, Puls, Blutdruck)
  • Arztgespräch
  • Blutspende selbst: 5 bis 10 Minuten

Danach kurz ausruhen – fertig.

Was man vor der Spende beachten sollte

ANTENNE:
Gerade in der Fastnachtszeit: Worauf sollte man achten?

Aron Strack:

  • Kein Alkohol am Spendetag
  • Gut essen
  • Viel trinken: mindestens 2–2,5 Liter
  • Ausweis mitbringen (Personalausweis, Reisepass, Führerschein oder Aufenthaltstitel)

Alle Termine online finden

ANTENNE:
Wo gibt es alle Infos?

Aron Strack:
Unter www.blutspende.jetzt findet man alle Termine. Dort gibt es auch einen Spender-Check, mit dem man vorab prüfen kann, ob man spenden darf.

ANTENNE:
Aron Strack vom DRK Blutspendedienst West – vielen Dank für das Gespräch und alles Gute

Lena Winterfeld ist Redakteurin bei Rhein Nahe Direkt und Antenne Bad Kreuznach und schreibt unter anderem für die Bereiche Wirtschaft und Politik.

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