Werkstatt als Bühne für den FDP Wahlkampfauftakt in Bad Kreuznach
Der FDP Wahlkampfauftakt in Bad Kreuznach begann bewusst nicht in einer großen Halle, sondern in einer Kfz-Werkstatt im Industriegebiet. Rund 200 Gäste kamen zusammen, weil die Partei ein Zeichen für Handwerk und Mittelstand setzen wollte.
Philipp Fernis nahm die Kulisse mit einem Augenzwinkern auf. „Die FDP kann auch einen Werkstattbesuch gebrauchen, um die Partei wieder flottzumachen“, sagte er vor den Gästen. Zugleich betonte er, dass wirtschaftliche Stärke die Grundlage für Sozialstaat, Bildung und Gesundheit sei.
Fernis forderte schnellere Genehmigungsverfahren und eine beschleunigte Flächenentwicklung, auch mit Blick auf Bad Kreuznach. Außerdem sprach er sich für eine liberale Rechtsstaatspolitik ohne Massenüberwachung aus, während Polizei und Justiz weiter gestärkt werden sollten.
Station mit Geschichte: Besuch im Café Wahl
Zum FDP Wahlkampfauftakt in Bad Kreuznach gehörte auch ein Besuch im Café Wahl in der Kurhausstraße. Das Traditionshaus gilt als historischer Ort liberaler Politik, denn dort wurde 1947 die FDP Rheinland-Pfalz gegründet. Heute führt Konditormeister Eric Mahlich den Betrieb in neuer Generation weiter, mit frischen Ideen und persönlicher Verantwortung. Für die Liberalen steht der Betrieb beispielhaft für gelungene Nachfolge im Mittelstand.
Gemeinsam mit dem Stadtverbandsvorsitzenden Christoph Anheuser besuchten Christian Dürr, Daniela Schmitt, Philipp Fernis, Oberbürgermeister Emanuel Letz sowie weitere Parteivertreter das Café. Dabei tauschten sie sich mit Mahlich über Bürokratie, Energiepreise und aktuelle Herausforderungen aus. Daniela Schmitt schilderte, dass überbordende Dokumentations- und Meldepflichten viele Betriebe belasten. „Diese Bürokratie ist aus Misstrauen entstanden“, erklärte sie und warb für mehr Vertrauen in Unternehmer.


Bundes- und Landespolitik im Schulterschluss
Christian Dürr nutzte den Wahlkampfauftakt in der Werkstatt von Dirk Nessel für Kritik an der Bundespolitik, während er zugleich die wirtschaftliche Entwicklung in Rheinland-Pfalz hervorhob. Die Landesregierung setze auf Investitionen in Infrastruktur, denn im Flächenland bleibe das Auto Verkehrsträger Nummer eins. Schmitt verwies zudem auf den Pharmaneubau von Eli Lilly in Alzey, der mit Milliardeninvestitionen und neuen Arbeitsplätzen verbunden ist. Solche Projekte zeigten, dass eine aktive Standortpolitik Investitionen beschleunigen könne.
Mit Werkstatt und Café Wahl kombinierte die FDP symbolträchtige Orte. Der FDP Wahlkampfauftakt in Bad Kreuznach sollte damit Nähe zu Wirtschaft, Handwerk und liberaler Tradition demonstrieren, während zugleich Regierungsverantwortung im Land beansprucht wird.

