Zwei automatische Fahrzeugnotrufe haben die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Rüdesheim am Wochenende zu Verkehrsunfällen geführt. Eine 18-jährige Autofahrerin wurde am Freitagabend auf der K40 leicht verletzt. In der Nacht zum Sonntag musste eine weitere Autofahrerin bei Hargesheim aus ihrem Fahrzeug gerettet werden. Nach Einschätzung der Feuerwehr, zeigen diese Fälle wie nützlich das automatische eCall-System ist.
18-Jährige prallt auf der K40 gegen Baum
Der erste Unfall ereignete sich am Freitag gegen 21.20 Uhr zwischen Dalberg und Spabrücken. Die 18-Jährige kam in einer leichten Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn ab und geriet auf den Grünstreifen. Laut Polizeiangaben war eine nicht angepasste Geschwindigkeit die Ursache. Das Auto prallte anschließend gegen einen Baum und setzte automatisch einen eCall ab. Alarmiert wurden die Ausrückegemeinschaft der Freiwilligen Feuerwehren in Spabrücken und Hergenfeld sowie die Führungsunterstützung mit Feuerwehreinsatzzentrale und Einsatzleitwagen.
Feuerwehr übernimmt Erstversorgung
Die Feuerwehrkräfte versorgten die Fahrerin bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Sie leuchteten die Unfallstelle aus, fingen ausgelaufenes Motoröl auf und klemmten die Fahrzeugbatterie ab. Während der Arbeiten wurde die K40 vollständig gesperrt. Der Rettungsdienst brachte die leicht verletzte 18-Jährige zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus. An ihrem Fahrzeug entstand ein Schaden von rund 15.000 Euro. Es musste abgeschleppt werden.
Ford Fiesta landet nachts im Straßengraben
Der zweite automatische Notruf ging in der Nacht zum Sonntag gegen 2.55 Uhr ein. Eine Autofahrerin war auf der L236 zwischen Hargesheim und Windesheim unterwegs. In Höhe der Abfahrt zum Breitenfelser Hof kam ihr Ford Fiesta aus noch ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab. Der Kleinwagen fuhr in den Straßengraben und stieß dort gegen Büsche und Sträucher. Beim Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehren aus Hargesheim-Roxheim und Rüdesheim befand sich die Frau noch in ihrem Wagen. Sie war jedoch nicht eingeklemmt.
Mit Schleifkorbtrage über die Böschung
Die Feuerwehr leuchtete die Unfallstelle aus und stellte den Brandschutz sicher. Nach der ersten Untersuchung durch den Rettungsdienst holten die Einsatzkräfte die Fahrerin mit einer Schleifkorbtrage aus dem Auto. Anschließend wurde sie über die Böschung zum Rettungswagen gebracht und in ein Bad Kreuznacher Krankenhaus gefahren. Angaben zur Schwere ihrer Verletzungen liegen der Feuerwehr nicht vor. Die 25 Einsatzkräfte unter Leitung des stellvertretenden Wehrleiters Jörn Trautmann beendeten den Einsatz gegen 3.40 Uhr.
eCall übermittelt wichtige Fahrzeugdaten
Die Feuerwehren der Verbandsgemeinde wurden in den vergangenen Wochen mehrfach durch automatische Fahrzeugnotrufe alarmiert. Teilweise habe es sich um Fehlalarme nach einer falschen Bedienung durch Autofahrer gehandelt, erklärte Pressesprecher Rouven Ginz. Die beiden aktuellen Einsätze machten jedoch den Nutzen des Systems deutlich. Beim eCall werden unter anderem der Standort des Unfallfahrzeugs, der Fahrzeugtyp und die Antriebsart an die Leitstelle übermittelt. Dadurch können die Einsatzkräfte bereits auf der Anfahrt die passende Rettungskarte des Herstellers aufrufen. Diese enthält unter anderem Informationen zu verstärkten Karosserieteilen sowie zu den Einbauorten von Airbags und Batterien.
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