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Haushalt 2026 Landkreis Mainz-Bingen: Kreisumlage bleibt stabil

Symbolbild Quelle: Mathieu Stern

Der Kreistag des Landkreises Mainz-Bingen hat mit Mehrheit den Haushalt für das Jahr 2026 beschlossen. Zentrale Botschaft der Entscheidung ist eine stabile Kreisumlage. Der Landkreis setzt damit trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen ein klares Signal an Städte und Gemeinden.

Landrat Thomas Barth erklärte, er habe damit ein zentrales Versprechen eingelöst, das er bereits vor seiner Amtseinführung gegeben habe. Der Haushalt zeige, dass der Landkreis auch in angespannten Zeiten handlungsfähig bleibt. Gleichzeitig mache er deutlich, wo das bestehende Finanzsystem aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Entlastung für Städte und Gemeinden

Gerade vor dem Hintergrund steigender Ausgaben in den Kommunen ist die stabile Kreisumlage bewusst gewählt. Für das Jahr 2026 führen die Städte und Gemeinden rund 280 Millionen Euro an den Landkreis ab. Das sind rund neun Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Dadurch verbleiben vor Ort dringend benötigte Spielräume für Investitionen und kommunale Pflichtaufgaben.

Strenge Konsolidierung prägt den Haushalt

Die Stabilität der Umlage wurde durch eine konsequente Konsolidierung erreicht. Der Haushalt hat ein Gesamtvolumen von rund 680 Millionen Euro und ist von klaren Priorisierungen sowie Einsparungen geprägt. Die freiwilligen Leistungen des Landkreises liegen inzwischen bei unter einem Prozent des Gesamtetats. Nach Angaben des Landrats zeigt dies, wie eng der finanzielle Handlungsspielraum geworden ist.

Sozialausgaben als größter Kostentreiber

Besonders deutlich wird die strukturelle Belastung bei den Sozialausgaben. Sie sind der größte Kostenfaktor im Haushalt. Allein im Bereich Jugend und Soziales steigt der Zuschussbedarf im Jahr 2026 um rund 18 Millionen Euro auf insgesamt 224 Millionen Euro. Ursache sind laut Landrat Barth nicht steigende Fallzahlen, sondern höhere Standards und Leistungsansprüche, die auf Bundes- und Landesebene beschlossen werden.

Programme wie das Landes-Soforthilfeprogramm „Handlungsstarke Kommune“ reichen nach Einschätzung des Landkreises nicht aus, um diese Entwicklung aufzufangen. Der Landkreis fordert daher eine stärkere finanzielle Beteiligung von Bund und Land.

Fehlbedarf und Investitionen

Der Ergebnishaushalt weist einen Fehlbedarf von knapp 50 Millionen Euro aus. Zum Ausgleich des Finanzhaushalts werden rund 40 Millionen Euro aus liquiden Mitteln entnommen. Trotz der angespannten Lage investiert der Landkreis weiterhin gezielt in die Daseinsvorsorge, unter anderem in Gesundheitsversorgung, Rettungsdienst, Schulen, Integration, Klimaschutz und den Öffentlichen Personennahverkehr.

Geraldine Werner arbeitet als Redakteurin bei Rhein Nahe Direkt.
Sie deckt ein breites Spektrum an regionalen Nachrichten ab, von kommunalen Themen bis hin zu gesellschaftlichen Ereignissen. Ihr Ziel ist es, Leserinnen und Leser zuverlässig und verständlich zu informieren.