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Ingelheimer Unternehmen bewerten Wirtschaftsstandort

Ingelheimer Unternehmen haben Wirtschaftsstandort bewertet

Wie bewerten Unternehmen ihren Standort Ingelheim und wo sehen sie Handlungsbedarf? Diesen Fragen ging eine gemeinsame Unternehmensbefragung der IHK für Rheinhessen, des Gewerbevereins Ingelheim aktiv e. V. und der städtischen Wirtschaftsförderung nach. Zwischen November und Dezember 2025 wurden rund 900 Betriebe aller Branchen und Größen befragt.

Wirtschaftsstandort Ingelheim

Die Ergebnisse zeigten, dass Ingelheim von vielen Unternehmen weiterhin als stabiler und lebenswerter Standort wahrgenommen wurde. Besonders positiv fielen die Lage, die Verkehrsanbindung und die Lebensqualität ins Gewicht. Gleichzeitig berichteten zahlreiche Betriebe von wachsendem Kostendruck und steigenden strukturellen Herausforderungen.

„Die Umfrage bestätigt, was wir aus vielen Gesprächen kennen: Ingelheim ist gut aufgestellt, aber kein Selbstläufer“, meint Sven Kutzner, Vorsitzender des Gewerbevereins Ingelheim aktiv e. V. Kutzner: „Gerade kleine und mittlere Unternehmen spüren steigende Kosten, Personalmangel und strukturelle Hürden sehr deutlich. Diese Sorgen müssen ernst genommen werden.“

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Fachkräftemangel und Flächenknappheit im Fokus

Als zentrale Zukunftsthemen nannten die Unternehmen die Sicherung von Fachkräften sowie die Verfügbarkeit von Gewerbe- und Wohnflächen. Knapp 40 Prozent der Betriebe hatten zuletzt Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Hohe Wohnkosten wurden dabei als wesentliches Hindernis für die Mitarbeitergewinnung benannt.

„Die Befragung zeigt sehr deutlich, wo angesetzt werden muss: bei Flächenverfügbarkeit, Fachkräftesicherung, Digitalisierung und einer modernen, wirtschaftsnahen Verwaltung“, sagt Dr. Florian Steidl, Geschäftsführer der IHK für Rheinhessen für die Region Ingelheim/Bingen/Alzey. Und: „Die Unternehmen erwarten keine Sonderbehandlung, sondern verlässliche und effiziente Rahmenbedingungen.“

„Die Ergebnisse zeigen sehr klar, dass Fachkräftesicherung eine der größten Aufgaben der kommenden Jahre bleibt“, betont auch Oberbürgermeister Ralf Claus. „Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum, eine gute Infrastruktur, verlässliche Kinderbetreuung und eine Stadt, in der Menschen gerne leben und arbeiten. Diese Themen stehen bei uns weiterhin ganz oben auf der Agenda“, so Claus.

Innenstadt und Lebensqualität weiterentwickeln

Die Lebensqualität und das kulturelle Angebot galten als klare Stärken Ingelheims. Kritischer wurde hingegen die Attraktivität der Innenstadt beurteilt. Viele Unternehmen wünschten sich mehr Aufenthaltsqualität, Grünflächen und gastronomische Angebote, um Handel und Dienstleistungen langfristig zu stärken.

Verwaltung: Wunsch nach Tempo und Digitalisierung

Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung wurde überwiegend als solide eingeschätzt. Gleichzeitig äußerten viele Unternehmen den Wunsch nach schnelleren, transparenteren und stärker digitalisierten Verwaltungsprozessen sowie nach einer stärkeren Berücksichtigung wirtschaftlicher Belange.

Arbeitsgrundlage für die kommenden Jahre

Die beteiligten Institutionen bewerteten die Ergebnisse als klare Grundlage für weiteres Handeln. Ziel sei es, gemeinsam mit Wirtschaft, Politik und Verwaltung gezielt an den identifizierten Themen zu arbeiten und die Wettbewerbsfähigkeit Ingelheims langfristig zu sichern.

Max Wischermann ist Redakteur bei Rhein Nahe Direkt.
Er konzentriert sich auf aktuelle Nachrichten aus der Rhein-Nahe-Region, insbesondere auf Einsätze der Polizei, Sicherheitsberichte und relevante gesellschaftliche Themen.