In Bad Kreuznach hat am Samstag, 19. September 2026, der mittlerweile neunte Park(ing)Day stattgefunden. Die Kirschsteinanlage wurde dabei zeitweise zu einem Ort für Spiel, Bewegung, Austausch und Informationen rund um eine menschengerechte Stadtentwicklung.
Der internationale Aktionstag wurde 2005 ins Leben gerufen. Ziel ist es, öffentlichen Straßenraum beispielhaft neu zu verteilen und anders zu nutzen – etwa als grüne Oase, Sitz- oder Spielfläche oder als Abstellmöglichkeit für Fahrräder.
Viele Angebote für unterschiedliche Altersgruppen
Der Start um 12 Uhr verlief zunächst verhalten. Im Laufe des Nachmittags füllte sich die Fläche jedoch zunehmend. Kinder bauten mit Klötzen hohe Türme, während ältere Besucherinnen und Besucher Basketball, Tischtennis oder Tischbillard spielten.
Auf bereitgestellten Folien konnten die Teilnehmenden Graffiti gestalten. Außerdem entstanden Palettensofas, ein Kurzfilm zur Stadtentwicklung wurde gezeigt und Ideen für die Veränderung der Kirschsteinanlage wurden gesammelt.
Das Citysofa der Mühle lud zum Verweilen ein. Ergänzt wurde das Angebot durch Essen und Getränke, einen kleinen Springbrunnen, Pflanzen zum Mitnehmen sowie Informationen zu Klima, Hitze und Mobilität.
Schwerpunkt auf sozialen Treffpunkten
„Mit dem Park(ing)Day haben wir dieses Jahr den Schwerpunkt auf das Soziale der Stadt gelegt“, erklärte Klaus Philipp von der Klimagemeinschaft Bad Kreuznach. Städte müssten Treffpunkte, Aufenthaltsbereiche und Flächen für Aktivitäten für alle Altersgruppen bereitstellen. Besonderen Handlungsbedarf sehen die Veranstalter bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Die Kirschsteinanlage sei aufgrund ihrer Nähe zur Innenstadt, ihrer Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, an Radwege und an die Fußgängerzone besonders geeignet. Nach Ansicht der Organisatoren könnte sie zu einem frei zugänglichen Freizeitort für verschiedene Altersgruppen und zu einem Außengelände für die Stadtjugendförderung sowie das Jugendzentrum „Die Mühle“ entwickelt werden.
Ideen für die Kirschsteinanlage gesammelt
Nach Angaben der Veranstalter soll der Park(ing)Day zeigen, wie Stadtentwicklung angesichts von Demografie, Zuwanderung und Klimakrise gestaltet werden kann. Bad Kreuznach und insbesondere die Kernstadt wachsen weiter. Gleichzeitig nimmt die sommerliche Hitze zu.
Mehr Grün, Aufenthaltsqualität und Flächen für Begegnung könnten dazu beitragen, die Stadt an die Folgen des Klimawandels anzupassen und die Lebensqualität zu verbessern.
Als konkretes Ergebnis bleiben zwei Palettensofas im Parkbereich der Kirschsteinanlage stehen. Außerdem hoffen die Organisatoren, dass die gesammelten Vorschläge zur Weiterentwicklung der Anlage aufgegriffen werden.
Oberbürgermeister Emanuel Letz hatte in seinem Grußwort zudem auf mögliche Veränderungen in der Roßstraße und der Hospitalgasse hingewiesen. Dort hatten die Park(ing)Days 2024 und 2025 stattgefunden. Nach Angaben der Veranstalter ist der Auftrag für eine Änderung des Bebauungsplans erteilt worden; Fördermittel für eine Weiterentwicklung seien in Aussicht gestellt.
Viele Initiativen beteiligt
Am Park(ing)Day beteiligten sich unter anderem der ADFC, die Alternative Jugendkultur, Greenpeace, die Klimagemeinschaft Bad Kreuznach, Naheraum und die Citykirche, die Mühle – Stadtjugendförderung, Omas und Opas for Future, das Gartencenter Rehner, der Stadtteilverein Pariser Viertel, das Amt für Planung und Umwelt der Stadt Bad Kreuznach sowie der VCD.
Der nächste Park(ing)Day in Bad Kreuznach soll am 18. September 2027 stattfinden.
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