Start » Panorama » Bad Kreuznach » St. Bartholomäus ist offiziell keine Kirche mehr

St. Bartholomäus ist offiziell keine Kirche mehr

Bild: Julia Fröder / Bistum Trier

Die katholische Kirche St. Bartholomäus in Eckenroth ist offiziell entweiht worden. Mit der Verlesung des Profanierungsdekrets verlor das 1963 errichtete Gebäude am Dienstag seine kirchliche Weihe und kann künftig einer anderen, aber nicht unwürdigen Nutzung zugeführt werden. Mehr als 40 Menschen aus der gesamten Pfarrei nahmen an der letzten Eucharistiefeier teil. Seit rund drei Jahren waren in der Kirche bereits keine Gottesdienste mehr gefeiert worden.

Abschied von einem langjährigen Zuhause

Domkapitular Monsignore Dr. Michael Kneib verglich die Profanierung mit dem Auszug aus einem Haus, das lange Heimat gewesen sei. Entscheidend sei jedoch nicht das Gebäude, sondern dass die christliche Botschaft weitergetragen werde. Neben dem schmerzlichen Abschied erinnerte Kneib an die Menschen, die das kirchliche Leben in Eckenroth über Jahrzehnte gestaltet haben. Dazu gehörte die Wort-Gottes-Gruppe aus Langenlonsheim, die dort regelmäßig Gottesdienste feierte, bis die Nachfrage deutlich zurückging. Er dankte außerdem den ehrenamtlich Engagierten, darunter der Küsterfamilie Kubis, sowie allen Menschen, die in St. Bartholomäus Gottesdienste gefeiert oder persönliche Sorgen und Nöte im Gebet vorgetragen haben.

Anzeige

Allerheiligstes aus dem Gebäude getragen

Das von Bischof Stephan Ackermann unterzeichnete Profanierungsdekret wurde während des Gottesdienstes verlesen. Anschließend wurde das Allerheiligste aus dem Tabernakel genommen und aus der Kirche getragen. Auch das Ewige Licht wurde gelöscht. Peter Zimmermann begleitete die letzte Eucharistiefeier an der Orgel. Danach bestand vor der Kirche die Gelegenheit zu Begegnungen und Gesprächen.

Beratungen dauerten rund ein Jahr

Nach Angaben von Wolfgang Schnörr, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Katholischen Kirchengemeinde Guldenbachtal-Langenlonsheim, dauerte der Entscheidungsprozess rund ein Jahr. Pfarrgemeinderat, Verwaltungsrat, Seelsorgeteam und Pastoraler Raum berieten über die Zukunft der Kirche. Anschließend wurde der Antrag auf Profanierung beim Trierer Bischof und den zuständigen Stellen des Bischöflichen Generalvikariats gestellt. Im Zuge des Verfahrens fand auch eine Versammlung für die Anwohner statt.

Bild: Julia Fröder / Bistum Trier

Evangelische Kirche kann mitgenutzt werden

Die seelsorgliche Betreuung der weniger als 100 Katholikinnen und Katholiken in Eckenroth bleibt nach Angaben der Kirchengemeinde gewährleistet. Mit der evangelischen Kirchengemeinde im Ort bestehe ein guter Austausch. Deren Kirche könne unter anderem für Taufen und Sterbeämter genutzt werden. Ortsbürgermeister Tim Sieper erklärte zudem, dass eine Zusammenarbeit für ökumenische Gottesdienste zugesichert worden sei. Für weitere Gottesdienste dient vor allem das rund fünf Kilometer entfernte Windesheim als Orientierungspunkt.

Ortsgemeinde lehnt Kauf des Gebäudes ab

Das Gebäude befindet sich weiterhin im Eigentum der katholischen Kirchengemeinde. Die Ortsgemeinde Eckenroth erhielt laut Sieper die Möglichkeit, die frühere Kirche zu erwerben. Sie lehnte einen Kauf jedoch aus Kosten- und Unterhaltungsgründen ab. Sieper rechnet damit, dass das Gebäude in Kürze auf dem freien Markt angeboten wird. Die zuständigen kirchlichen Gremien wollen nun über die weitere Verwendung beraten. Nach Angaben von Schnörr hat der Erhalt des Gebäudes dabei Priorität. Auch die Zukunft des Inventars ist noch offen. Zunächst soll geprüft werden, ob andere Kirchen einzelne Gegenstände benötigen.

Anzeige

Rhein Nahe Direkt als Lieblingsquelle bei Google festlegen

Du möchtest keine Nachrichten aus der Region verpassen? Füge Rhein Nahe Direkt bei Google als bevorzugte Quelle hinzu.

Jetzt als Lieblingsquelle festlegen
Anzeige


Anzeige