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40 Jahre nach Tschernobyl: Cäsium steckt noch immer in Pilzen

Steinpilz auf dem Waldboden
Bild: KI unterstützt

40 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist radioaktives Cäsium noch immer in den Wäldern von Rheinland-Pfalz nachweisbar. Ausgerechnet im Hunsrück wurde bei der jüngsten Untersuchungsreihe der höchste Wert des Landes gemessen. Trotzdem gibt Rheinland-Pfalz Entwarnung und beendet sogar sein bisheriges Untersuchungsprogramm.

Bemerkenswert dabei: Die jüngsten Messwerte, auf denen diese Entscheidung beruht, stammen aus dem Jahr 2025.

Höchster Wert im Hunsrück gemessen

Insgesamt wurden 49 Wildpilzproben untersucht. Den höchsten Cäsium-137-Wert fanden die Experten bei Semmelstoppelpilzen aus dem Raum Börfink im Hunsrück. Dort wurden 218 Becquerel pro Kilogramm Frischmasse gemessen. Das klingt zunächst beunruhigend, liegt aber deutlich unter dem Wert von 600 Becquerel pro Kilogramm, der für das Inverkehrbringen entsprechender Lebensmittel maßgeblich ist. Keine der untersuchten Proben überschritt diese Marke. Zum Vergleich: Im Pfälzerwald wurden bei Maronen aus dem Raum Ramstein-Miesenbach maximal 77,9 Becquerel pro Kilogramm gemessen.

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Entwarnung 2026 basiert auf Messungen aus 2025

Die Ergebnisse werden jetzt unmittelbar vor der Pilz-Hauptsaison 2026 kommuniziert. Die zugrunde liegenden jüngsten Messungen stammen allerdings aus dem vergangenen Jahr. Das Landesuntersuchungsamt verweist dabei nicht nur auf diese eine Untersuchung. Auch die Ergebnisse der Vorjahre waren vergleichsweise niedrig. Zwischen 2022 und 2024 lagen die jeweils höchsten gemessenen Werte zwischen 111 und 211 Becquerel pro Kilogramm. Nach Einschätzung des Landes ist deshalb nach aktuellem Kenntnisstand keine gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung durch den Verzehr von Wildpilzen aus Rheinland-Pfalz zu erwarten.

Warum Tschernobyl nach 40 Jahren noch messbar ist

Dass überhaupt noch Radioaktivität in heimischen Pilzen gemessen wird, führt zurück ins Jahr 1986. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gelangten radioaktive Stoffe über weite Teile Europas. Auch Deutschland wurde belastet, regional allerdings sehr unterschiedlich. Besonders langlebig ist Cäsium-137. Seine physikalische Halbwertszeit beträgt rund 30 Jahre. Das bedeutet: Erst nach etwa drei Jahrzehnten ist die Hälfte der ursprünglichen Menge durch radioaktiven Zerfall verschwunden. Nach 40 Jahren kann der Stoff deshalb weiterhin in Waldböden vorhanden sein und von Pilzen aufgenommen werden. Wie stark Wildpilze belastet sind, hängt unter anderem von der Pilzart und vom Standort ab. Deutschlandweit können deshalb auch heute noch deutlich höhere Werte auftreten als bei den Untersuchungen in Rheinland-Pfalz.

Rheinland-Pfalz beendet das Untersuchungsprogramm

Die niedrigen Werte der vergangenen Jahre haben nun eine konkrete Konsequenz. Das bisherige Untersuchungsprogramm in Rheinland-Pfalz wird eingestellt. Die Proben waren vom Institut für Lebensmittelchemie Speyer des Landesuntersuchungsamtes analysiert worden. Forstämter im Pfälzerwald und Hunsrück sowie das Nationalparkamt Hunsrück-Hochwald unterstützten die Untersuchungen bei der Probennahme.

Für Pilzsammler bleibt damit eine ungewöhnliche Bilanz: Die Folgen von Tschernobyl lassen sich selbst vier Jahrzehnte nach der Katastrophe noch messen. Die Ergebnisse aus Rheinland-Pfalz geben derzeit jedoch keinen Hinweis auf eine problematische Belastung der untersuchten Wildpilze.

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