Die Kernzone des Soonwalds im Rhein-Hunsrück-Kreis bleibt dauerhaft frei von Windenergieanlagen. Das hat Klimaschutzministerin Katrin Eder nach einem Gespräch mit kommunalen Vertretern aus der Region bekräftigt. Hintergrund waren Sorgen, dass im nördlichen Soonwald neue Windkraftprojekte entstehen könnten.
Bau von Windrädern in der Kernzone ausdrücklich verboten
Nach Angaben des Klimaschutzministeriums ist die Errichtung von Windenergieanlagen in der Kernzone des Naturparks Soonwald durch die Naturparkverordnung ausdrücklich untersagt. Zudem handelt es sich um landeseigene Flächen.
Das Gebiet steht darüber hinaus unter europäischem Schutz nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH). Es gilt als wertvolles Fledermaushabitat und als ökologisch besonders sensibler Raum. Theoretisch wären bei Windenergieanlagen im „überragenden öffentlichen Interesse“ Ausnahmen denkbar. Eine solche Ausnahme schloss Ministerin Eder jedoch kategorisch aus. Stattdessen stellte sie in Aussicht, eine mögliche Erhöhung des Schutzstatus zu prüfen.
Keine Windenergieplanungen südlich der B50
Auch für den Randbereich des Soonwalds südlich der Bundesstraße 50 gibt es nach Angaben von Landesforsten keine konkreten Windenergieplanungen. Teile dieser Flächen befinden sich ebenfalls im Eigentum des Landes.
Grundsätzlich würden betroffene Kommunen bei möglichen Planungen auf landeseigenen Flächen frühzeitig eingebunden, um gemeinsame Entscheidungen zu ermöglichen.
Region fordert Schutz des nördlichen Soonwalds
In der Region war zuletzt erneut Unruhe entstanden. Hintergrund ist die Fortschreibung landesrechtlicher Vorgaben zur Ausweisung von Windenergieflächen. Vertreter der Kommunen befürchteten, dass dadurch erneut Flächen im Bereich des Soonwalds in den Fokus rücken könnten.
Michael Boos, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen, bezeichnete das Gespräch mit der Ministerin als wichtiges Signal. Für ihn sei entscheidend gewesen, dass klar ausgesprochen wurde, dass die Kernzone einem besonderen Schutz unterliegt und dort keine Windräder errichtet werden.
Er verwies zudem darauf, dass der Rhein-Hunsrück-Kreis beim Ausbau der erneuerbaren Energien bereits einen überdurchschnittlichen Beitrag geleistet habe. In der Verbandsgemeinde Simmern-Rheinböllen stehen nach seinen Angaben derzeit 108 Windkraftanlagen.
Zusätzliche Schutzzone im Gespräch
Nach Angaben von Boos wurde in einem weiteren Gespräch mit Innenminister Michael Ebling die Möglichkeit einer zusätzlichen Schutzzone südlich der B50 thematisiert. Diese sogenannte „naturnahe Kulturlandschaft“ könnte weitere Windkraftanlagen in diesem Bereich ausschließen. Eine entsprechende Regelung soll im Rahmen der kommenden Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms geprüft werden.
Bedeutung für Bürgerinnen und Bürger
Für die Menschen in der Region bedeutet die Klarstellung vor allem Planungssicherheit. Die kommunalen Vertreter betonen, dass es südlich der B50 keine weiteren Windkraftanlagen gegen den erklärten Willen der Region geben solle.
Damit bleibt die Kernzone des Soonwalds nach aktueller Aussage der Landesregierung weiterhin frei von baulichen Anlagen – und der Naturpark in seinem sensiblen Kernbereich geschützt.