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VfL-Ringer ziehen sich aus der Oberliga zurück

VfL-Ringer ziehen sich aus der Oberliga zurück
Olympiasieger Semen Novikov (r.) und Steffen Oberst. Bild: VfL 1848 Bad Kreuznach e.V. – Abteilung Ringen

Die Ringerabteilung des VfL 1848 Bad Kreuznach hat ihre Oberliga-Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom Ligabetrieb der Rheinland-Pfalz-Liga abgemeldet. Der Vorstand teilte die Entscheidung am Montag den Verantwortlichen der Liga sowie dem Präsidium der ARGE Ringen Rheinland-Pfalz mit.

VfL Bad Kreuznach zieht Mannschaft aus der Oberliga zurück

Grund für den Rückzug seien anhaltende Personalabgänge und ein schwerer personeller Verlust. Trotz der schwierigen Situation will der VfL den Ringsport in Bad Kreuznach weiterentwickeln. In dieser Saison startet der Verein erstmals in der neu gegründeten Jugendliga und tritt damit weiterhin mit zwei Mannschaften an: einer verbliebenen Männermannschaft und einem Jugendteam.

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16 Leistungsträger seit 2024 verloren

Der Rückzug aus der Oberliga ist das Ergebnis einer Entwicklung, die sich seit dem Rückzug des Hauptvereins aus der 2. Bundesliga im Jahr 2024 verschärft hat. Seitdem haben insgesamt 16 Leistungsträger den VfL verlassen.

Die Abteilungsleitung hatte trotz dieser Abgänge zunächst daran festgehalten, auch in der kommenden Saison zwei Männermannschaften zu stellen. Allein in den vergangenen zwei Monaten mussten jedoch sechs weitere eingeplante Sportler als Abgänge verkraftet werden. Zwei besonders kurzfristige Wechsel in den vergangenen Tagen führten schließlich zur Entscheidung, die Oberliga-Mannschaft zurückzuziehen.

Olympiasieger Semen Novikov bleibt dem VfL treu

Ein positives Zeichen setzt dagegen Olympiasieger Semen Novikov. Er bekannte sich weiterhin klar zum VfL Bad Kreuznach und erklärte, dass er sich beim Verein nach wie vor sehr gut aufgehoben fühle. Ein Wechsel in die Bundesliga sei für ihn derzeit kein Thema.

Novikov konzentriert sich auf seine Einzelkarriere und will bei der anstehenden Weltmeisterschaft sowie bei der nächsten Olympiade seinen Titel verteidigen. Seine aktuelle Form stellte er am vergangenen Wochenende beim Großen Preis von Deutschland in Dortmund unter Beweis. Dort belegte er souverän den ersten Platz.

Tod von Hamid Nikkhah hinterlässt große Lücke

Neben den sportlichen Abgängen belastet die Ringerabteilung auch ein schwerer menschlicher Verlust. Der frühe Tod von Trainer und Ringer Hamid Nikkhah hat im Verein eine große Lücke hinterlassen.

Nikkhah hätte normalerweise die Betreuung der zweiten Männermannschaft übernommen. Sein Ausfall hinterlässt nach Angaben des Vereins sowohl organisatorisch als auch menschlich eine Lücke, die kurzfristig nicht geschlossen werden kann.

Deutschquote kann nicht mehr erfüllt werden

Durch die zahlreichen Abgänge und Ausfälle ist es dem VfL personell nicht mehr möglich, die im Reglement vorgeschriebene Deutschquote im Aktivenbereich einzuhalten.

Nach Beratungen zwischen Trainerteam, Vorstand und den verbliebenen Sportlern entschied sich der Verein deshalb für den Rückzug aus der Oberliga. Die Ligaführung und das Präsidium der ARGE Ringen Rheinland-Pfalz wurden darüber informiert.

Der 1. Vorsitzende der Ringerabteilung, Oliver Eich, erklärte: „So schwer uns dieser Schritt auch fällt, ist dies nach Abwägung aller Umstände und den jüngsten Abgängen die einzig richtige und verantwortungsvolle Entscheidung, die wir zurzeit treffen können“.

Neue Jugendliga soll Nachwuchs stärken

Trotz des Rückzugs aus der Oberliga richtet die Ringerabteilung ihren Blick nach vorne. Erstmals nimmt der VfL in diesem Jahr an der neu gegründeten Jugendliga teil. Zusammen mit der verbliebenen Männermannschaft geht der Verein damit in der Saison 2026 weiterhin mit zwei Teams an den Start.

Der Schwerpunkt liegt künftig auf der gezielten Nachwuchsförderung, der Konsolidierung der Mannschaften und dem Ausbau des Trainingsbetriebs. Damit soll der Ringsport in Bad Kreuznach langfristig auf ein solides Fundament gestellt werden.

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Max Wischermann ist Redakteur bei Rhein Nahe Direkt.Er konzentriert sich auf aktuelle Nachrichten aus der Rhein-Nahe-Region, insbesondere auf Einsätze der Polizei, Sicherheitsberichte und relevante gesellschaftliche Themen.