Die Stadt Alzey setzt ihre Maßnahmen gegen Lärm, Müll und weitere Störungen in der Innenstadt fort. Zwischen Januar und Mitte September rückte der Kommunale Vollzugsdienst in den bekannten Schwerpunktbereichen 39 Mal wegen Lärms und 44 Mal wegen Müll oder illegaler Abfallentsorgung aus. Außerdem sprachen die Mitarbeiter 17 Platzverweise aus.
KVD kontrolliert Innenstadt täglich
Der Kommunale Vollzugsdienst arbeitet inzwischen wieder mit voller Personalstärke. Die Stadt besetzte eine zuvor freie Stelle neu und kann damit insbesondere in den Sommermonaten wieder mit dem vollständigen Team arbeiten.
Die Mitarbeiter kontrollieren täglich den Museumsplatz, Kronenplatz, Obermarkt, Wächterspfad sowie die Ruprecht- und Antoniterstraße. Auch bis Mitternacht finden dort Streifen statt. Dabei reagiert der KVD nicht nur auf Beschwerden, sondern fährt die bekannten Schwerpunkte im Rahmen fester Routen mehrfach täglich an.
Neben den 39 Einsätzen wegen Lärms und den 44 Fällen rund um Müll und illegale Abfallentsorgung beschäftigten die Mitarbeiter auch Belästigungen sowie Störungen im Zusammenhang mit Alkohol- oder Drogenkonsum.
Mehrere Bußgeldverfahren laufen derzeit. Zwei betreffen alkoholbedingten Lärm, vier Ruhestörungen und fünf illegale Abfallentsorgungen.
Stadt arbeitet eng mit Polizei zusammen
Auch die Polizeiinspektion Alzey kontrolliert gemeinsam mit der städtischen Ordnungsbehörde regelmäßig die Innenstadt. Dadurch können beide Stellen Auffälligkeiten direkt vor Ort besprechen und ihre Maßnahmen abstimmen.
Ein Schwerpunkt liegt unter anderem auf E-Scootern in der Fußgängerzone. Da der KVD nicht in den fließenden Verkehr eingreifen darf, übernimmt die Polizei diese Kontrollen. In den vergangenen Wochen stellte sie mehrere Verstöße bei der Zulassung und technischen Beschaffenheit von E-Scootern fest.
Beim Thema Müll arbeitet der KVD außerdem mit der Abfallwirtschaft und externen Reinigungsdiensten zusammen. Die Mitarbeiter melden illegale Ablagerungen, versuchen Verursacher zu ermitteln und sprechen Personen vor Ort direkt auf die richtige Entsorgung an.
Soziallotsin setzt auf direkte Gespräche
Seit Januar unterstützt zusätzlich eine Soziallotsin in Zusammenarbeit mit dem DRK-Kreisverband die Arbeit in der Innenstadt. Sie sucht das direkte Gespräch mit Menschen, erklärt kommunale Regeln und vermittelt bei Sprachbarrieren und Missverständnissen. Inzwischen entstanden nach Angaben der Stadt Kontakte zu verschiedenen bulgarischen Gemeinschaften, vor allem in der Ruprechtstraße und Antoniterstraße. Eine mehrsprachige Neubürgermappe und Sprachmittlung sollen die Verständigung zusätzlich erleichtern.
Die Stadt erkennt nach eigenen Angaben erste Verbesserungen. Bei der Abfallentsorgung und bei Ansammlungen im öffentlichen Raum habe sich die Situation an verschiedenen Stellen verbessert, gleichzeitig sei die Zahl der Beschwerden leicht zurückgegangen.
Stadt will bisherigen Kurs fortsetzen
Die Verwaltung setzt auch künftig auf Streifen in den Abend- und Nachtstunden, konsequente Kontrollen, die Zusammenarbeit mit der Polizei und die Arbeit der Soziallotsin. Bürgermeister Steffen Jung verweist außerdem auf den Beschluss des Bundeskabinetts gegen Sozialleistungsbetrug. Er erwartet davon unter anderem einen stärkeren Datenaustausch zwischen Behörden und zusätzliche Möglichkeiten im Umgang mit sogenannten Problemimmobilien.
Nach Ansicht der Stadt reichen kommunale Maßnahmen allein nicht aus. Deshalb will Alzey den eingeschlagenen Weg vor Ort fortsetzen und gleichzeitig auf weitere gesetzliche Möglichkeiten von Bund und Land setzen.
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