Ein großflächiger Waldbrand am Rotenfels, Kampfmittel im Boden, ausfallende Strom- und Trinkwasserversorgung sowie mehrere notwendige Evakuierungen: Mit diesem komplexen Szenario hat der Verwaltungsstab der Kreisverwaltung Bad Kreuznach beim Landesübungstag seine Handlungsfähigkeit im Katastrophenfall getestet. Zusätzlichen Druck erzeugte die Annahme, dass sich die Lage ausgerechnet am Jahrmarktsmontag entwickelt. Grundlage der Übung war der tatsächliche Einsatz am Rotenfels, der um zahlreiche fiktive Herausforderungen erweitert und erneut durchgespielt wurde.
Vier Hektar Wald stehen in Flammen
Nach dem Übungsszenario brannte es am Rotenfels auf einer Fläche von rund vier Hektar. Kampfmittel erschwerten die Löscharbeiten. Gleichzeitig mussten Häuser auf dem Rotenfels, ein Zeltlager mit 30 Kindern und ihren Betreuern sowie eine Gruppe des Waldorfkindergartens evakuiert werden. Schaulustige entlang der L236 behinderten zudem die Einsatzarbeiten. Weitere Probleme entstanden durch den Ausfall der Strom- und Trinkwasserversorgung in Traisen, Norheim, Hüffelsheim, Feilbingert, Oberhausen und im Salinental. Parallel meldeten Kinder aus dem Zeltlager Magen-Darm-Beschwerden. Auch die Evakuierung von Pflegeeinrichtungen gehörte zur angenommenen Lage.
Verwaltungsstab koordiniert beteiligte Ämter
Im Katastrophenfall laufen beim Verwaltungsstab der Kreisverwaltung die organisatorischen Fäden zusammen. Unter der Leitung von Dominic Schoßig und seiner Stellvertreterin Anika Stine ordneten die Mitarbeiter die eingehenden Aufgaben nach Zuständigkeit und Dringlichkeit. Dabei mussten sie unter anderem klären, wie Menschen und Tiere versorgt und untergebracht werden können. Weitere Schwerpunkte waren die Information der Bevölkerung über ein eingerichtetes Bürgertelefon und die Weitergabe wichtiger Erkenntnisse an die beteiligten Ämter. Gesundheitsamt, Sozialamt und Jugendamt benötigten jeweils unterschiedliche Informationen, um ihre Aufgaben bewältigen zu können. Die Übung sollte deshalb auch zeigen, ob die internen Kommunikationswege unter dem Druck einer wachsenden Schadenslage funktionieren.
Polizei, Feuerwehr und Bundeswehr eingebunden
An der Übung nahmen neben Landrätin Bettina Dickes und dem Ersten Kreisbeigeordneten Oliver Kohl zahlreiche Mitarbeiter der Kreisverwaltung teil. Dickes trägt bei einer tatsächlichen Katastrophenlage die Gesamtverantwortung. Verbindungspersonen von Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Bundeswehr waren ebenfalls in die Abstimmungsprozesse eingebunden. Dadurch konnten die Abläufe zwischen den unterschiedlichen Behörden und Einsatzorganisationen unter möglichst realistischen Bedingungen erprobt werden.
Informationsweitergabe soll verbessert werden
Ausgearbeitet wurde das Szenario von Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Alexander Roßkopf und seinen Stellvertretern Holger Schmidt und Christian Kleinschmidt. Nach Einschätzung Roßkopfs hat die Übung ihr Ziel erreicht. Entscheidend sei, aus den Abläufen zu lernen und darauf vorbereitet zu sein, dass während einer Lage immer weitere Aufgaben hinzukommen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in die Weiterentwicklung der Katastrophenschutzstrukturen des Landkreises einfließen. Verbesserungsbedarf sieht die Kreisverwaltung insbesondere bei der Informationsweitergabe innerhalb des Verwaltungsstabs und bei dessen technischer Ausstattung.
Rhein Nahe Direkt als Lieblingsquelle bei Google festlegen
Du möchtest keine Nachrichten aus der Region verpassen? Füge Rhein Nahe Direkt bei Google als bevorzugte Quelle hinzu.
Jetzt als Lieblingsquelle festlegen