Die Bad Kreuznacher Stadtbibliothek hat ein neues Kunstwerk erhalten: Kulturdezernent Mirko Helmut Kohl und Werner Severin, Vorsitzender der Fondation Kubach-Wilmsen, haben gestern den „Buchturm Verona 2000“ enthüllt. Es handelt sich um eine Marmorsäule, die in Form von elf übereinandergestapelten Büchern gebracht wurde. Geschaffen wurde sie von den international bekannten Bildhauern Anna Kubach-Wilmsen und Wolfgang Kubach. Der Buchturm ist zunächst für vier Jahre als Leihgabe in der Stadtbibliothek zu sehen.
Entstanden im Jahr 2000
Die Zahl im Namen des Kunstwerks bezeichnet das Jahr seiner Entstehung. „Verona“ bezieht sich nach Angaben von Werner Severin auf die italienische Stadt. Der verwendete Marmor stammt allerdings nicht aus Verona. Die Idee, den Buchturm in der Stadtbibliothek aufzustellen, entstand bei einem früheren Besuch von Livia Kubach. Für die Fondation lag die Verbindung nahe: Die Skulptur greift das Buch als künstlerisches Motiv auf und erhält ihren Platz nun im „Haus der Bücher“.
Steinbücher wurden zum internationalen Erfolg
Anna Kubach-Wilmsen und der aus Ebernburg stammende Wolfgang Kubach heirateten 1962 und arbeiteten 45 Jahre lang gemeinsam. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2007 setzte Anna Kubach-Wilmsen ihre künstlerische Arbeit fort. Das Motiv des Steinbuchs entwickelte das Künstlerpaar in den 1970er-Jahren. Die Nachfrage nahm in den folgenden Jahren stark zu. Steinbücher, Buchtürme und verwandte Werke entstanden in unterschiedlichen Größen und aus verschiedenen Gesteinsarten. Arbeiten des Künstlerpaares wurden unter anderem in die USA, nach Kanada und Japan verkauft.
Kunst und Literatur treffen aufeinander
Bad Kreuznachs Kulturdezernent Mirko Helmut Kohl bezeichnete die Stadtbibliothek als besonders passende Heimat für das Werk. Eine Bibliothek sei nicht nur ein Ort der Ausleihe, sondern stehe ebenso für Wissen, Bildung, Fantasie und Begegnung. Der Buchturm übersetze das Buch in Marmor und bringt damit Kunst und Literatur unmittelbar zusammen. Die aus dem Stein herausgearbeiteten Buchseiten und Schichten könnten an gesammelte Erfahrungen, Gedanken und Erinnerungen erinnern. Das Werk steht im Eingangsbereich der Stadtbibliothek an einem hellen und gut sichtbaren Platz. Nach Angaben Kohls wurde bei der Aufstellung zugleich darauf geachtet, dass die Skulptur geschützt und sicher steht. Für die Leihgabe wurde außerdem eine Versicherung abgeschlossen.
Leihvertrag läuft zunächst über vier Jahre
Der Vertrag zwischen der Stadt und der Fondation Kubach-Wilmsen gilt zunächst für vier Jahre. Sowohl Kohl als auch Severin zeigten sich jedoch zuversichtlich, dass der Buchturm länger in der Stadtbibliothek bleiben könnte. Die Stiftung verfügt über insgesamt 65 Arbeiten von Anna Kubach-Wilmsen und Wolfgang Kubach. Da im Steinskulpturenmuseum in Bad Münster am Stein-Ebernburg immer nur ein Teil davon gezeigt werden kann, wechseln die Ausstellungen regelmäßig.
Parallele zur französischen Nationalbibliothek
Eine besonders große Arbeit befindet sich in Paris: Bereits 1983 schufen Anna Kubach-Wilmsen und Wolfgang Kubach eine Steinbibliothek mit 314 Steinbüchern für die französische Nationalbibliothek. Eine weitere Steinbibliothek mit 150 Arbeiten gehört zur Sammlung der Fondation und wird im Steinskulpturenmuseum gezeigt. Für Severin ergibt sich daraus eine passende Parallele: Wie die französische Nationalbibliothek besitzt nun auch die Bad Kreuznacher Stadtbibliothek ein Werk des Künstlerpaares rund um das Buch.
Weitere Skulpturen in der Region
Mehrere Werke von Anna Kubach-Wilmsen und Wolfgang Kubach sind bereits im öffentlichen Raum der Region zu sehen. Dazu gehören die Installation „Steine der Kommunikation“ auf dem Bosenberg, zwei Steinbücher in Ebernburg sowie Arbeiten in Norheim und im Bad Kreuznacher Kurpark. Der „Buchturm Verona 2000“ macht das künstlerische Erbe des Bildhauerpaares nun auch im Alltag der Stadtbibliothek öffentlich zugänglich.
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