Der Neubau einer Sporthalle an der Ida-Purper-Realschule plus in Idar-Oberstein wird wahrscheinlicher. Der Kreisausschuss des Nationalparklandkreises Birkenfeld hat sich am Montagabend einstimmig dafür ausgesprochen, einem Neubau gegenüber einer umfassenden Sanierung der bestehenden Halle den Vorzug zu geben.
Die Empfehlung ist noch keine endgültige Entscheidung. Über die Umsetzung des Projekts soll der Kreistag in seiner Sitzung am 28. September abstimmen.
Sanierung würde Halle nicht vergrößern
Die bestehende Sporthalle an der Ida-Purper-Realschule verfügt derzeit über ein Hallenfeld und einen Gymnastikraum. Wegen des baulichen Zustands besteht erheblicher Sanierungsbedarf.
Nach einer gutachterlichen Untersuchung würde allein die Wiederherstellung des Gebäudes in den ursprünglich genehmigten Zustand etwa 4,2 Millionen Euro kosten. Für zusätzliche Maßnahmen, etwa beim Brandschutz und bei der Wärmedämmung, wären weitere rund 1,6 Millionen Euro erforderlich.
Insgesamt würde sich das Sanierungsvolumen damit auf etwa 5,8 Millionen Euro belaufen. Die Halle bliebe danach jedoch unverändert klein. Eine größere Sporthalle und zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten für Schule und Vereine würden dadurch nicht entstehen.
Dreifeldhalle mit Gymnastikraum geplant
Nach den vorliegenden Plänen soll die bestehende Halle abgerissen und am selben Standort eine Dreifeldhalle mit Gymnastikraum errichtet werden.
Die neue Halle soll eine Nutzfläche von knapp 2.300 Quadratmetern haben. Damit würde sich die Fläche im Vergleich zum bisherigen Gebäude etwa verdreifachen. Künftig könnten vier Klassen gleichzeitig Sportunterricht absolvieren.
Auch für Vereine sollen zusätzliche Kapazitäten entstehen. Außerdem wären Veranstaltungen mit bis zu 1.800 Besucherinnen und Besuchern möglich, etwa für die gesamte Schülerschaft der Berufsbildenden Schule.
Entlastung für das Schulzentrum
Von der neuen Multifunktionshalle könnte nach Einschätzung der Kreisverwaltung das gesamte Schulzentrum im Vollmersbachtal profitieren. Die knapp 2.800 Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule, des Heinzenwies-Gymnasiums und der Ida-Purper-Realschule plus nutzen derzeit drei Sportstätten: die Mikadohalle sowie die Sporthallen am Gymnasium und an der Realschule.
Diese Hallen werden außerdem von zahlreichen Vereinen genutzt. Nach Angaben der Verwaltung sind die vorhandenen Kapazitäten jedoch weitgehend ausgeschöpft.
Ein Neubau könne deutlich mehr Platz für Schulen und Vereine schaffen, erklärte Dezernent Roland Praetorius. Ein energieeffizienter Neubau verspreche zudem geringere Unterhaltungs- und Energiekosten.
Finanzierung über Fördermittel
Die Kosten für den Neubau einschließlich des Abrisses der bestehenden Halle werden auf rund 7,85 Millionen Euro geschätzt. Für die Finanzierung kommen grundsätzlich verschiedene Förderprogramme infrage.
Die Kreisverwaltung schlägt vor, Mittel aus dem Sondervermögen „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“ zu verwenden. Aus diesem Topf erhält der Nationalparklandkreis Birkenfeld insgesamt rund 22,2 Millionen Euro an Bundesmitteln für Infrastrukturinvestitionen.
Ein Teil des Geldes ist bereits für ein neues Katastrophenschutzzentrum auf dem Gelände der früheren Heinrich-Hertz-Kaserne in Birkenfeld vorgesehen. Nach dem Willen des Kreisausschusses soll daraus auch der Sporthallenneubau finanziert werden.
Landrat Miroslaw Kowalski betonte, es handle sich um eine vollständige Förderung. Der Kreis müsse für das Projekt demnach keine eigenen Mittel einsetzen und sich nicht neu verschulden.
Kritik an ungleicher Förderung
Die Mitglieder des Kreisausschusses bewerteten den Neubau mehrheitlich als wirtschaftlicher und nachhaltiger als eine Sanierung. Andreas Pees von der SPD verwies jedoch auf ein mögliches Ungerechtigkeitsgefühl. Der Kreis ermögliche mit dem Projekt der Stadt Idar-Oberstein und ihren Vereinen eine neue Halle, während es in anderen Teilen des Kreises keine vergleichbare Förderung gebe.
Als Beispiel nannte Pees den geplanten Neubau der Westrichhalle in Baumholder. Dort sei der Kreis allerdings nicht Träger einer weiterführenden Schule.
Dezernent Praetorius erklärte, die Sporthallen des Kreises stünden grundsätzlich Vereinen aus allen Teilen des Landkreises zur Nutzung und zur Reservierung von Hallenzeiten offen.
Entscheidung am 28. September
Ob die neue Dreifeldhalle tatsächlich gebaut wird, entscheidet abschließend der Kreistag am 28. September. Die Kreisverwaltung rechnet für das Projekt mit einer Bauzeit von etwa dreieinhalb bis vier Jahren.
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