Die Parkinson-Krankheit wird häufig erst spät erkannt – meist dann, wenn bereits viele Nervenzellen im Gehirn unwiederbringlich geschädigt sind. Das rheinland-pfälzische Biotech-Unternehmen MODAG aus Wendelsheim hat nun einen weltweit ersten Test entwickelt, der Parkinson deutlich früher und objektiv erkennen soll!
Weltweit erster Parkinson-Test von Wendelsheimer Unternehmen
Wie das Unternehmen mitteilt, leben allein in Deutschland rund 400.000 Menschen mit Parkinson. Bisher stützte sich die Diagnose der Erkrankung in erster Linie auf die Beobachtung äußerer Symptome. Dazu gehören beispielsweise Zittern, Bewegungsstörungen oder Probleme bei der Motorik. Laut MODAG-Chef Dr. Thorsten Matthias beginnt die Krankheit jedoch oft viele Jahre oder sogar Jahrzehnte früher. Wenn typische Symptome auftreten, seien im Gehirn häufig bereits viele Nervenzellen geschädigt.
Test erkennt krankhafte Proteine
Der neue Test mit dem Namen „PD DETECT®“ weist Parkinson auf molekularer Ebene nach. Dabei erkennt er krankhafte Veränderungen eines Proteins, das sich bei Parkinson-Patienten zu schädlichen Ablagerungen zusammenlagert.
„Bisher wurde die Diagnose an diesen Symptomen festgemacht, die man erst Jahre später erkennt. Das Besondere an unserem Test ist, dass der Test die Krankheiten nicht indirekt über Symptome erkennt, sondern direkt auf molekulare Ebene nachweist“, erklärt MODAG-Chef Dr. Thorsten Matthias im Gespräch mit Rhein-Nahe-Direkt.
Mit einer speziellen Analyse werden selbst kleinste Mengen dieser fehlgefalteten Proteine vervielfältigt und sichtbar gemacht. Laut Unternehmen erreicht der Test eine Sensitivität von 97,8 Prozent und eine Spezifität von 100 Prozent – heißt: Ein positives Ergebnis weist mit sehr hoher Sicherheit auf Parkinson hin.
Früherkennung soll Behandlung verbessern
Die neue Methode soll Ärzten helfen, Parkinson früher und präziser zu diagnostizieren. Das gilt als wichtige Voraussetzung für neue Therapien, die möglichst früh im Krankheitsverlauf eingesetzt werden müssen. MODAG arbeitet bereits gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Teva – in Deutschland unter der Marke Ratiopharm bekannt – an entsprechenden Medikamenten.
Test ab sofort verfügbar
Der Test steht laut Unternehmen ab sofort diagnostischen Fachlaboren, Universitätskliniken und spezialisierten medizinischen Einrichtungen zur Verfügung. Vorgestellt wird er offiziell auf einem internationalen Parkinson-Kongress in Kopenhagen.
Parkinson auch als Berufskrankheit anerkannt
In Rheinland-Pfalz ist das sogenannte „Parkinson-Syndrom durch Pestizide“ in bestimmten Fällen sogar als Berufskrankheit anerkannt. Besonders Winzer können durch langjährige Arbeit mit Pflanzenschutzmitteln einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein.