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Bad Kreuznach: Verkauf Hochstraße/Brückes ohne Mindestpreis

Bad Kreuznach: Verkauf Hochstraße/Brückes ohne Mindestpreis
Quelle: Stadtverwaltung KH

Der geplante Verkauf der zentralen Fläche an Hochstraße und Brückes sorgt bereits vor der morgigen Stadtratssitzung für Diskussionen. Denn: Die Stadt will das rund 11.000 Quadratmeter große Areal ohne festgelegten Mindestpreis anbieten – und geht dabei auch finanzielle Risiken ein.

Was im Stadtrat beraten wird

  • Verkauf einer zentralen Innenstadtfläche
  • Start eines Investorenverfahrens ab April
  • Entscheidung zunächst nur über das Vorgehen
  • Kein Mindestpreis vorgesehen
  • Mögliches Fördergeld-Risiko von rund 1,87 Mio. Euro
  • Wegfall bestehender Parkflächen

Mit dem geplanten Verkaufsverfahren für die Fläche zwischen Hochstraße, Brückes und Casinogarten steht eine weitreichende Entscheidung an. Die Verwaltung schlägt vor, das Gelände über ein sogenanntes Markterkundungsverfahren zu vermarkten.

Dabei sollen Investoren eigene Konzepte inklusive Kaufangebot einreichen. Auffällig: Einen Mindestpreis gibt es nicht. Stattdessen soll die Entscheidung auf Grundlage eines Gesamtpakets aus Nutzung, Qualität und Preis erfolgen.

Verkauf ohne Preisvorgabe sorgt für Fragen

Gerade dieser Punkt dürfte in der politischen Debatte eine zentrale Rolle spielen. Kritiker sehen die Gefahr, dass die Stadt eine der wertvollsten Flächen der Innenstadt unter Wert abgeben könnte. Befürworter argumentieren dagegen, dass nur so qualitativ hochwertige Konzepte entstehen können.

Die endgültige Entscheidung über einen Verkauf fällt zwar erst zu einem späteren Zeitpunkt. Mit dem Beschluss über das Verfahren legt der Stadtrat jedoch bereits die Spielregeln fest.

Millionenrisiko durch Fördermittel im Raum

Ein weiterer sensibler Aspekt betrifft das Casinogebäude auf dem Gelände. Für dessen Sanierung hat die Stadt Fördermittel in Höhe von rund 1,879 Millionen Euro erhalten.

Sollte die künftige Nutzung nicht den ursprünglichen Förderbedingungen entsprechen, könnte eine Rückzahlung notwendig werden. In der Vorlage wird zudem darauf verwiesen, dass ein möglicher Erstattungsbetrag zusätzlich zu verzinsen wäre.

Auswirkungen auf Parken und Innenstadtstruktur

Auch die aktuelle Nutzung der Fläche spielt in der Diskussion eine Rolle. Teile des Areals werden derzeit als Parkfläche genutzt. Mit einer späteren Entwicklung würden diese Stellplätze entfallen oder neu geordnet werden müssen. Die Ausschüsse haben den Vorschlag sogar noch erweitert und zusätzliche Flächen am Parkplatz Casinogarten in die Veräußerungsfläche aufgenommen.

Gleichzeitig eröffnet das Projekt die Chance, die Innenstadt strukturell neu zu ordnen. Laut Exposé ist ein urbanes Gebiet mit Wohn- und Gewerbenutzung vorstellbar. Auch geförderter Wohnraum kann bei der Bewertung der Konzepte eine Rolle spielen.

Bad Kreuznach: Verkauf Hochstraße/Brückes ohne Mindestpreis

Rot markierter Bereich: Fläche zur Veräußerung
Blau markierter Bereich: Fläche Stadt
Grün markierter Bereich: Fläche Geh-und Fahrrechte für die Stadt

Der Jahnhallen Parkplatz soll wegfallen. Der im Lageplan blau markierte Bereich (Parkplatz Casinogarten) soll nicht veräußert werden.

(grobe Darstellung der Flächen)
Quelle: Stadtverwaltung Bad Kreuznach

Verfahren soll direkt nach dem Beschluss starten

Der Zeitplan ist bereits gesetzt: Nach der Beratung in den Gremien soll das Markterkundungsverfahren ab dem 1. April 2026 veröffentlicht werden. Die Abgabefrist für Interessenten endet am 31. Juli 2026. Erst danach werden die Vorschläge ausgewertet und erneut politisch beraten.

Der Stadtrat entscheidet damit jetzt noch nicht über den endgültigen Verkauf, sondern über den Start eines Verfahrens, das für die künftige Entwicklung der Innenstadt erhebliche Bedeutung haben dürfte.

Einordnung

Bei diesem Vorgang geht nicht nur um ein Grundstück, sondern um den Umgang mit einer zentralen Innenstadtfläche, um Fördermittel, Parkraum und die Frage, nach welchen Regeln Bad Kreuznach künftig städtisches Eigentum entwickelt oder veräußert.

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Lena Winterfeld ist Redakteurin bei Rhein Nahe Direkt und Antenne Bad Kreuznach und schreibt unter anderem für die Bereiche Wirtschaft und Politik.

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