Bad Kreuznach. Eine lange Stadtratssitzung, zahlreiche Entscheidungen und ein positives Signal für Jugendliche in der Innenstadt: Bad Kreuznachs Oberbürgermeister Emanuel Letz war am Freitagmorgen zu Gast im Interviewformat „Neues aus dem Rathaus“ auf Antenne Bad Kreuznach. Im Gespräch mit ANTENNE ging es um die erste Stadtratssitzung des Jahres 2026, aktuelle Beschlüsse aus dem Rathaus und einen Ausblick auf das Wochenende in der Stadt.
INTERVIEW: Eine Stadtratssitzung bis kurz vor 23 Uhr
ANTENNE: Herr Oberbürgermeister, was gibt es Neues aus dem Rathaus?
Emanuel Letz: Gestern war es soweit – die erste Stadtratssitzung 2026. Und die hatte es direkt in sich. Wir haben um 17.30 Uhr begonnen und waren erst kurz vor 23 Uhr fertig.
ANTENNE: Das klingt nach einem sehr langen Abend. Woran lag das?
Emanuel Letz: Ein wesentlicher Grund waren notwendige Neuwahlen in den Ausschüssen und Aufsichtsräten. Durch Fraktionswechsel – unter anderem von Birgit Ensinger-Busse und durch das Nachrücken von Frau Mohammadnejad – mussten alle Gremien neu gewählt werden. Das allein hat viel Zeit gekostet.
Offene Abstimmung spart Zeit
ANTENNE: Normalerweise sind diese Wahlen ja geheim.
Emanuel Letz: Genau. Es gab aber glücklicherweise den Antrag auf eine offene Abstimmung. Das hat den Ablauf deutlich verkürzt. Wären die Wahlen geheim geblieben, hätten wir allein dafür wohl bis 22 Uhr gebraucht. So hatten wir zumindest eine Chance, die insgesamt 42 Tagesordnungspunkte abzuarbeiten.
Viele Anträge und nicht zuständige Themen
ANTENNE: Nach den Wahlen ging es dann direkt weiter?
Emanuel Letz: Ja, mit unglaublich vielen Anträgen und Anfragen. Teilweise auch zu Themen, für die die Stadt gar nicht zuständig ist. Ein Beispiel war eine Anfrage zum Sachstand eines Brandbriefs von Lehrkräften einer Realschule Plus – deren Träger wir als Stadt gar nicht sind. Trotzdem müssen solche Anfragen behandelt werden, das ist ein hohes demokratisches Gut.
ANTENNE: Wie ist der Rat damit umgegangen?
Emanuel Letz: Um handlungsfähig zu bleiben, wurde beantragt, einen Teil der Anfragen in die nächste Sitzung zu verschieben. Sonst wären wir vermutlich erst nach Mitternacht fertig geworden – und die nächste Sitzung wäre direkt wieder genauso lang geworden.
Wichtige Beschlüsse trotz Zeitdruck
ANTENNE: Welche Punkte konnten denn erfolgreich beschlossen werden?
Emanuel Letz: Unter anderem die Fortschreibung des Nahverkehrsplans, also wichtige Fragen rund um den Busverkehr. Außerdem ging es um wiederkehrende Beiträge für Wirtschaftswege, um die Beschaffung von Zufahrtschutz für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum und um die Annahme von Spenden – etwa für die kommende Straßenfastnacht. Auch Mittelverschiebungen im Rahmen von Förderprogrammen standen auf der Tagesordnung.
City-Sofa: Offenes Angebot für Jugendliche
ANTENNE: Es gibt aber auch positive Nachrichten aus dem Bereich Jugend.
Emanuel Letz: Ja, das City-Sofa der Stadtjugendförderung ist zurück. Ab sofort steht es freitags von 16 bis 20 Uhr auf dem Kinovorplatz. Es ist ein niedrigschwelliges Angebot mit Überdachung, Spielen und Betreuung. Jugendliche haben dort einen Treffpunkt, können sich austauschen und einfach Zeit miteinander verbringen. Solche Angebote sind wichtig für unsere Stadt.
Fastnacht prägt das Wochenende
ANTENNE: Zum Schluss noch ein Blick aufs Wochenende – die Fastnacht läuft auf Hochtouren.
Emanuel Letz: Absolut. Wir sind mitten in der Saalfasnacht, jedes Wochenende ist irgendwo eine Sitzung. Am Samstag bin ich zum Beispiel bei der Sitzung in Planig. Ich versuche jedes Jahr, möglichst viele Vereine zu besuchen – auch wenn das nicht immer komplett gelingt.
ANTENNE: Vielen Dank für das Gespräch.
Emanuel Letz: Sehr gerne. Ich wünsche allen ein schönes Wochenende – vielleicht sieht man sich ja bei der Fastnacht.
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