Die Zentrale Notaufnahme der Diakonie Kliniken in Bad Kreuznach steht unter neuer Leitung. Der neue Leiter Dr. Oliver Bill bringt viele Jahre Erfahrung aus der Intensiv- und Notfallmedizin mit und verfolgt ein klares Ziel: Er will die Notfallversorgung in Bad Kreuznach bündeln und zugleich medizinisch stärken.
Erfahrung aus Intensiv- und Notfallmedizin
Schon früh entschied er sich für den Weg in die Intensiv- und Notfallmedizin. Er leitete mehrere Intensivstationen, unter anderem stellvertretend in Rüsselsheim. Auch am Standort Mühlenstraße in Bad Kreuznach führte er viele Jahre die Intensivstation und später die Notaufnahme.
Jetzt übernimmt er Verantwortung für beide Standorte. Gleichzeitig soll er die Teams enger zusammenführen, damit künftig eine große zentrale Notaufnahme in der Ringstraße entstehen kann.
Warum die Ringstraße ausgebaut wird
Die Klinik traf die Entscheidung für die Ringstraße vor allem aus medizinischen Gründen. Eine Notaufnahme stabilisiert Patientinnen und Patienten und leitet sie danach schnell an die passende Fachabteilung weiter.
Bei einem akuten Herzinfarkt zählt jede Minute, denn Betroffene brauchen rasch einen Herzkatheter. In der Ringstraße stehen zwei Herzkatheterlabore bereit, sodass Ärzte schneller handeln können.
Auch bei schweren Unfällen bietet die Ringstraße klare Vorteile, weil der Standort als regionales Polytraumazentrum zertifiziert ist und über größere OP-Kapazitäten verfügt. Deshalb können Ärztinnen und Ärzte Patientinnen und Patienten schneller operieren.
50.000 Patientenkontakte pro Jahr
Die Zahlen zeigen deutlich, wie groß die Aufgabe ist: Beide Notaufnahmen versorgen zusammen rund 50.000 Menschen pro Jahr. Das sind etwa 160 Patientinnen und Patienten pro Tag.
Ein einfacher Umzug ohne Ausbau würde deshalb nicht funktionieren, weil die Kapazitäten nicht ausreichen würden. Aus diesem Grund plant die Klinik den Umbau im laufenden Betrieb. Die Verantwortlichen arbeiten bereits seit rund einem Jahr an den Details, damit der Ablauf reibungslos funktioniert. Die Bauzeit soll, laut Dr. Oliver Bill, etwa zehn Monate dauern.
Notfallversorgung bleibt gesichert
Die Klinik betont zugleich, dass die Notfallversorgung während der gesamten Bauphase an beiden Standorten gesichert bleibt. Niemand muss also befürchten, im Notfall nicht versorgt zu werden.
Gesetzliche Vorgaben als Hintergrund
Neben den medizinischen Gründen spielen auch gesetzliche Vorgaben eine Rolle. Der Gemeinsame Bundesausschuss legt fest, dass ein Krankenhaus grundsätzlich nur eine zentrale Notaufnahme betreiben darf.
Da das ehemalige St. Marienwörth von den Diakonie Kliniken übernommen wurde, musste die Klinik ihre Struktur anpassen.
Digitalisierung ist ein großes Thema
In einem früheren Artikel berichteten wir über die Digitalisierung in den fünf Diakonie Kliniken der Stiftung kreuznacher diakonie.