Die mächtigen Dornwände entlang der Nahe gelten als das größte Freiluftinhalatorium Europas mit einer Gesamtlänge von 1,1 Kilometern. Sie ziehen jedes Jahr zehntausende Besucher in die Region. Allerdings setzt die Kombination aus salzhaltiger Sole und wechselnder Witterung dem Holz massiv zu. Deshalb ist ein regelmäßiger Austausch der Schwarzdornzweige unerlässlich. Diese fortlaufende und personalintensive Sanierung bindet finanzielle Ressourcen. Folglich fehlen diese der Stadt an anderen Stellen für Investitionen.
Finanzierungsdebatte um das Bad Kreuznacher Salinental
Angesichts der angespannten Haushaltslage wächst in der Lokalpolitik der Druck, die Kostenstruktur rund um das Bad Kreuznacher Salinental neu zu bewerten. Einige Vertreter fordern eine stärkere finanzielle Beteiligung durch das Land Rheinland-Pfalz oder überregionale Tourismusverbände. Denn die Strahlkraft der Anlagen reicht weit über die Stadtgrenzen hinaus. Gleichzeitig warnen Tourismusexperten davor, bei der Instandsetzung zu sparen. Ein Verfall der historischen Struktur würde nämlich dem Ruf als Gesundheitsstadt nachhaltig schaden. Die Stadt aber betont: Das Gradierwerk bleibt trotz Sparmaßnehmen in voller Länge erhalten. Wir berichteten vor Kurzem.
Spagat zwischen Kurgästen und Naherholung
Neben der reinen Kostenfrage rückt auch die inhaltliche Ausrichtung des gesamten Kurgebiets in den Fokus. Viele Einheimische nutzen die weiten Parks intensiv für Sport und Spaziergänge im Alltag. Sie befürchten, dass eine stärkere kommerzielle Vermarktung diesen Freiraum einschränken könnte. Umgekehrt verlangen Fachleute aus der Tourismusbranche modernere Konzepte und gezielte Veranstaltungen. Dadurch soll das Areal auch für jüngere Zielgruppen dauerhaft interessant gestaltet werden.