Im Salinenbad in Bad Kreuznach kam es am Dienstagnachmittag bei Arbeiten an der Chlorgasanlage zu einem Austritt von Chlorgas. Dabei wurden zwei Arbeiter verletzt, die mit entsprechender Schutzausrüstung im Einsatz waren. Sie wurden noch vor Ort vom Rettungsdienst versorgt.
Chlorgasaustritt im Salinenbad Bad Kreuznach
Die Freiwillige Feuerwehr Bad Kreuznach wurde nachalarmiert und rückte an. Einsatzkräfte gingen mit Messgeräten in den betroffenen Bereich vor, schlossen die Flaschenventile und sperrten den Gefahrenbereich ab.
Insgesamt befanden sich 38 Badegäste im Bad, die jedoch keinen direkten Kontakt mit dem Chlorgasaustritt hatten. Sie wurden im Rahmen des Evakuierungskonzepts über die Liegewiese in einen sicheren Bereich gebracht und während des Einsatzes in einem nahegelegenen chinesischen Restaurant untergebracht.
Einsatzdauer und Sicherungsmaßnahmen
Nachdem der betroffene Raum mit einem Lüfter ausreichend belüftet und abschließend freigemessen worden war, konnte der Einsatz nach rund zweieinhalb Stunden beendet werden. Anschließend wurde das Bad wieder an den Betreiber übergeben.
Weitere Maßnahmen an der Anlage
Nach dem Vorfall müssen nun Wartungsarbeiten an der Anlage durchgeführt werden. Bei einem solchen Stoffaustritt wird automatisch eine Berieselungsanlage ausgelöst, die das Chlor bindet und neutralisiert. Diese Systeme müssen nun wieder aufgefüllt werden, um die volle Einsatzbereitschaft sicherzustellen.
Gefahren durch Chlorgas
Chlorgas kann zu Reizungen der Atemwege und der Augen führen. Deshalb ist der betroffene Bereich mit Messgeräten ausgestattet, die bei einem Austritt Alarm auslösen. Zusätzlich warnen akustische Signale und eine rote Warnleuchte vor der Gefahr, sodass sich Personen ohne Schutzausrüstung nicht nähern.
Erkenntnisse aus vorheriger Übung
Bereits rund zwei Wochen vor dem Vorfall hatte die Freiwillige Feuerwehr Bad Kreuznach eine Übung im Salinenbad durchgeführt, bei der ein ähnliches Szenario simuliert wurde. Damals wurde ein Chlorgasaustritt angenommen, bei dem ein Techniker im Gefahrenbereich vermisst wurde.
Im Rahmen der Übung wurden der Gefahrenbereich abgesperrt, eine verletzte Person unter Atemschutz gerettet und Maßnahmen zur Eindämmung der Chlorgasdämpfe durchgeführt. Zudem kamen spezielle Chemikalienschutzanzüge zum Einsatz, und die eingesetzten Kräfte durchliefen anschließend eine Dekontamination.
Die Erfahrungen aus dieser Übung konnten beim aktuellen Einsatz direkt genutzt werden. Dazu zählten unter anderem die Festlegung von Bereitstellungsräumen, Aufstellflächen für Fahrzeuge sowie klare Absperrgrenzen. Diese Maßnahmen ermöglichten einen strukturierten und sicheren Ablauf des Einsatzes.