Das Jobcenter Bad Kreuznach hat in der Trägerversammlung am 11. Februar 2026 sein Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm für das Jahr 2026 vorgestellt. Die gemeinsame Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit und des Landkreises Bad Kreuznach setzt trotz eines schwierigen Arbeitsmarktumfelds auf verstärkte Aktivierung und erhöhte Förderintensität. Ziel sei es, mehr als 1.500 Menschen in Arbeit oder Ausbildung zu integrieren.
Jobcenter Bad Kreuznach stellt Integrationsprogramm vor
Angestrebt werde eine Integrationsquote von 21,2 Prozent. Etwa ein Drittel der Integrationen soll auf Frauen, zwei Drittel auf Männer entfallen. Damit orientiert sich die Zielmarke weitgehend am Vorjahresniveau.
Eine besondere Herausforderung stelle der erwartete Anstieg der Langzeitleistungsbeziehenden dar. Hier wurde ein Plus von drei Prozent auf insgesamt 4.781 Personen prognostiziert. Hintergrund sei unter anderem, dass ein Teil der zugezogenen ukrainischen Geflüchteten in den Langzeitleistungsbezug übergeht.
„Das Jobcenter Bad Kreuznach ist ein unverzichtbarer Partner für unseren Landkreis, wenn es darum geht, Menschen eine berufliche Perspektive und soziale Teilhabe zu eröffnen. Die deutlich erhöhte Förderintensität zeigt, dass wir auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten entschlossen handeln und in die Menschen investieren, die unsere Unterstützung benötigen“, stellt der Erste Kreisbeigeordnete Oliver Kohl (SPD) heraus.
Vier zentrale Handlungsfelder für 2026
Im Jahr 2026 konzentriere sich das Jobcenter auf vier zentrale Handlungsfelder:
- 1. Nah an Kundinnen und Kunden: Intensivierung der persönlichen Beratung und Reduzierung der durchschnittlichen Dauer seit dem letzten Beratungsgespräch.
- 2. Förderung der beruflichen Weiterbildung: Verstärkter Fokus auf Qualifizierungsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur.
- 3. Digitalisierung: Steigerung der Nutzungsquoten digitaler Services wie der Online-Antragstellung.
- 4. Wirksame Führung: Stärkung der Führungsallianz und Qualifizierung der Mitarbeitenden.
Die 186 Mitarbeitenden an den Standorten Bad Kreuznach und Kirn kümmern sich um rund 5.300 Bedarfsgemeinschaften. Die Bearbeitungsdauer von rund einer Arbeitswoche soll auch im Jahr 2026 gehalten werden.
Arbeitsmarktlage bleibt angespannt
Die Arbeitsmarktsituation im Landkreis Bad Kreuznach blieb zum Jahresende 2025 herausfordernd. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sank im Jahresvergleich um 0,4 Prozent von 54.883 auf 54.643 Beschäftigte. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit um 11,1 Prozent auf 6.061 Personen. Im Dezember 2025 befanden sich 4.090 Menschen im Bürgergeldbezug, was einer Steigerung von 12,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ein Aufschwung wird allenfalls ab Ende 2026 bei anziehender Binnennachfrage erwartet.
Erhöhtes Budget für Eingliederung und Verwaltung
Für das Jahr 2026 stehen dem Jobcenter rund 600.000 Euro mehr an Eingliederungsmitteln zur Verfügung als im Vorjahr. Diese Mittel sollen gezielt zur Ausweitung des Portfolios zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung sowie zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung eingesetzt werden.
„Unser Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm für 2026 beschreibt die geschäftspolitischen Schwerpunkte und damit verbundenen Ziele. Damit stellen wir Transparenz über unsere Ausrichtung für unsere Kundinnen und Kunden, unsere Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartner sowie für die Mitarbeitenden her“, erklärt Joey Isted, Geschäftsführer des Jobcenters Bad Kreuznach.
Das Gesamtbudget des Jobcenters beträgt etwas mehr als 18,1 Millionen Euro. Es setzt sich aus Eingliederungsmitteln in Höhe von 8,4 Millionen Euro, was einem Plus von 7,13 Prozent entspricht, sowie Verwaltungskosten von rund 9,7 Millionen Euro zusammen, die um 0,14 Prozent gesunken sind.
Weitere Herausforderungen durch Reform des SGB II
Mit der geplanten Weiterentwicklung des SGB II zur „Neuen Grundsicherung“ auf Grundlage des Koalitionsvertrages kommen zusätzliche Herausforderungen auf das Jobcenter zu. Diese sollen durch eine schnelle Anpassung der Prozesse sowie durch gezielte Qualifizierung der Mitarbeitenden bewältigt werden.