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Mainz05 setzt Zeichen für Erinnerung und Vielfalt

Mainz05 setzt Zeichen für Erinnerung und Vielfalt
Foto: Mainz05

Mainz. Mit den Mainzer Erinnerungswochen rückt 1. FSV Mainz 05 erneut gesellschaftliche Verantwortung und historische Aufarbeitung in den Mittelpunkt. Anlass ist der 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar. Noch bis zum 31. Januar finden in Mainz Ausstellungen, Vorträge und Gedenkaktionen statt, die sich mit Verfolgung, Ausgrenzung und Erinnerungskultur auseinandersetzen.

Ein zentrales Element der diesjährigen Erinnerungswochen ist der sogenannte Erinnerungsspieltag. Das Bundesliga-Heimspiel von Mainz05 gegen den VfL Wolfsburg am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr ist Teil des bundesweiten „Erinnerungstags im deutschen Fußball“. An diesem Spieltag unterstützen die Vereine der beiden höchsten deutschen Ligen erneut die Initiative „!NieWieder“. Damit soll an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert und ein klares Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung gesetzt werden.

Fokus auf lange vergessene Opfergruppen

Die Mainzer Erinnerungswochen 2026 stehen unter dem Motto „Gemeinsam für Erinnerung und Vielfalt“. In diesem Jahr richtet sich der Blick besonders auf eine Opfergruppe, die über Jahrzehnte kaum Beachtung fand: Menschen, die von den Nationalsozialisten als „Asoziale“ oder „Berufsverbrecher“ stigmatisiert wurden. Dazu zählten unter anderem Wohnungslose, Menschen ohne feste Arbeit oder Personen, die nicht in das Weltbild des Regimes passten. Erst seit wenigen Jahren ist diese Gruppe offiziell als Opfer des Nationalsozialismus anerkannt.

Den Auftakt bildete die Eröffnung der Ausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“ im Haus des Erinnerns, begleitet von einem Fachvortrag. Weitere Veranstaltungen vertiefen das Thema aus historischer und gesellschaftlicher Perspektive, darunter ein Vortrag im Erbacher Hof sowie eine Podiumsdiskussion im Landesmuseum Mainz, die den Begriff „asozial“ kritisch beleuchtet und den Bogen zur Gegenwart schlägt.

Geschichte von Mainz05 und Fußball im Fokus

Auch die Vereinsgeschichte von Mainz05 ist Teil des Programms. Bei einem geführten Stadtrundgang wird die enge Verbindung zwischen dem Verein und der Stadt Mainz vor der NS-Zeit thematisiert. Neben prägenden Persönlichkeiten wie Eugen Salomon werden historische Orte vorgestellt, die die Entwicklung des Vereins sichtbar machen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Fußball als gesellschaftlichem Spiegel. Im Fanhaus Mainz liest Dr. Pavel Brunssen aus seinem Buch und spricht über jüdische Identitäten europäischer Fußballvereine. Gleichzeitig thematisiert der Vortrag aktuelle Formen von Antisemitismus im Fußball und die Verantwortung von Vereinen und Fans.

Kostenloser Eintritt und gemeinsamer Abschluss

Der Abschluss der Erinnerungswochen findet am 31. Januar mit einer Stadionaktion in Mainz-Bretzenheim statt. Dort trifft der FC Ente Bagdad auf die Deutsche Nationalmannschaft wohnungsloser Menschen. Begleitet wird das Spiel von einer Gedenkaktion, die den Gedanken von Teilhabe und Sichtbarkeit unterstreicht.

Mit Ausnahme des Bundesliga-Spieltags von Mainz05 sind alle Veranstaltungen kostenfrei zugänglich. Der Einlass beginnt jeweils 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn, Anmeldungen sind per E-Mail möglich. Die Mainzer Erinnerungswochen zeigen damit, wie Sport, Stadtgesellschaft und Erinnerungskultur gemeinsam Verantwortung übernehmen können.
https://www.mainz05.de/getmedia/575c9f34-7c66-4281-9fd9-64980825f0c4/Flyer-2026-Mainzer-Erinnerungswochen-Flyer.pdf

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Lena Winterfeld ist Redakteurin bei Rhein Nahe Direkt und Antenne Bad Kreuznach und schreibt unter anderem für die Bereiche Wirtschaft und Politik.

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