Seit mittlerweile zehn Jahren setzt sich die Initiative „Zootier des Jahres“ für stark bedrohte Tierarten ohne große Lobby ein. In der Vergangenheit wurden bereits erfolgreiche Schutzprojekte für Arten wie Rotohraras, Scharnierschildkröten oder Riesengürteltiere umgesetzt. Wie nun der Tierpark Rheinböllen mitteilt, wurde für das Tier des Jahres 2026 der Kronenkranich gewählt.
Tierpark Rheinböllen präsentiert Kronenkranich als Tier des Jahres
Seine elegante Erscheinung, die goldschimmernde Federkrone, der weittragende Ruf und sein anmutiger Tanz sollen ihn zu einem besonderen Botschafter für bedrohte Arten und Lebensräume machen. Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) hat den Kronenkranich zum Zootier des Jahres 2026 ernannt. Die Kampagne wurde am 21. Januar 2026 im Zoo Dresden der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit dieser Auszeichnung möchten die Kampagnenpartner auf die zunehmenden Bedrohungen für den Kronenkranich sowie auf den Verlust afrikanischer Feuchtgebiete und kleinbäuerlicher Kulturlandschaften aufmerksam machen. Ziel sei es, das öffentliche Bewusstsein für den Schutz dieser Lebensräume deutlich zu stärken.
Der Schutz der Art erinnere zudem daran, dass der Erhalt von Biodiversität und intakten Lebensräumen eine gemeinsame Verantwortung darstelle, die über Ländergrenzen hinausgehe.
Lebensraum und kulturelle Bedeutung
Kronenkraniche leben südlich der Sahara in Afrika und erreichen eine Flügelspannweite von bis zu zwei Metern. In vielen Kulturen der Sahelzone gelten sie als Glücksboten sowie als Wächter über die Gesundheit von Mensch und Vieh.
In Uganda ist der Kronenkranich Teil der Nationalflagge und steht für Fortschritt und Frieden, in Ruanda und Burundi symbolisiert er Glück und Reichtum. Als effektive Jäger von Heuschrecken tragen Kronenkraniche zudem dazu bei, die Ausbreitung zerstörerischer Wanderheuschreckenschwärme einzudämmen.
Zunehmende Bedrohungen für die Art
Trotz ihrer kulturellen Bedeutung ist die Art stark gefährdet. Lebensraumverlust, die Zerstörung von Feuchtgebieten, intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Chemikalien, Kollisionen mit Stromleitungen sowie illegaler Wildtierhandel setzen den Beständen stark zu.
Auch direkte Bejagung zur Nutzung als Nahrungsmittel oder zur Haltung als Zierobjekte trägt zum Rückgang bei. In Ostafrika soll die Population in den vergangenen 40 Jahren um rund 80 Prozent geschrumpft sein.

Schutzmaßnahmen und internationale Zusammenarbeit
Im Rahmen der Kampagne „Zootier des Jahres“ engagieren sich zahlreiche zoologische Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie informieren Besucherinnen und Besucher und sammeln Spenden für konkrete Schutzmaßnahmen in Kenia, Tansania und Burundi.
Die Spendengelder fließen unter anderem in die Finanzierung von Fahrzeugen für schwer zugängliche Schutzgebiete, in die Ausbildung freiwilliger Helfer sowie in Naturschutzbildung und nachhaltige Landwirtschaft. Ein besonderer Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden.