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Neurologie stellt sich nach Chefarztwechsel neu auf

Bild: Klinikum Idar-Oberstein

Nach mehr als 21 Jahren ist Priv.-Doz. Dr. Martin Eicke als Chefarzt der Klinik für Neurologie und Stroke Unit am Klinikum Idar-Oberstein verabschiedet worden. Gleichzeitig stellte das Krankenhaus seine Nachfolgerin Dr. Ulrike Freifrau von der Osten-Sacken und von Rhein offiziell vor. Die neue Chefärztin hat die Leitung bereits zum 1. August übernommen. Unter ihrer Führung sollen unter anderem eine neurologische Frührehabilitation und vier neuropalliative Betten eingerichtet sowie die Schlaganfallversorgung weiterentwickelt werden.

Martin Eicke bleibt dem Klinikum verbunden

Ein vollständiger Abschied ist der Wechsel für Eicke nicht. Er bleibt dem Klinikum als Studienbeauftragter erhalten und kümmert sich damit weiterhin um die Förderung des ärztlichen Nachwuchses. Der Kaufmännische Direktor Christian Finkler bezeichnete die Veranstaltung deshalb als „halbes good bye“. Viele Wegbegleiter, Beschäftigte, Familienmitglieder und Freunde nahmen an der Würdigung im nahezu vollständig besetzten Hörsaal teil.

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Neurologie seit 2005 deutlich erweitert

Eicke hatte die Leitung der Neurologie im April 2005 übernommen. Während seiner mehr als 21-jährigen Amtszeit stieg die Zahl der neurologischen Behandlungsfälle deutlich. Außerdem wurde die Neurophysiologie weiter etabliert. Er war maßgeblich an der Einrichtung der Neurochirurgie und der Neuroradiologie am Klinikum beteiligt. Später kam die biplane Angiographieanlage hinzu, die unter anderem bei der Behandlung von Schlaganfällen eingesetzt werden kann. Die Klinik für Neurologie und Stroke Unit ist durchgehend von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zertifiziert. Sie gehört zu den sechs zentralen Stroke Units in Rheinland-Pfalz. Seit 2016 ist Idar-Oberstein außerdem eines der Zentren für Tele-Stroke im Land.

Neue Chefärztin leitete zuvor die Neurologie in Meisenheim

Von der Osten-Sacken bringt umfangreiche Erfahrungen aus verschiedenen Bereichen der Neurologie mit. Ihre Facharztausbildung absolvierte sie in Andernach, wo sie später als Oberärztin und leitende Oberärztin Verantwortung für die Stroke Unit übernahm. Von 2012 bis Juni 2025 leitete sie als Chefärztin die Neurologie des Gesundheitszentrums Glantal in Meisenheim und war dort über längere Zeit auch Ärztliche Direktorin. In dieser Zeit entstanden unter anderem eine neurologische Frührehabilitation mit zuletzt 20 Betten, eine Intensivstation und mehrere neurologische Komplexbehandlungen. Zuletzt war sie von Juli 2025 bis Juni 2026 Chefärztin der Neurologie am Evangelischen Krankenhaus Selters und arbeitete zusätzlich im Medizinischen Versorgungszentrum.

Erfahrung in Schmerztherapie, Palliativmedizin und Ethik

Die neue Chefärztin verfügt neben mehreren neurophysiologischen Qualifikationen über Zusatzbezeichnungen in Spezieller Schmerztherapie und Palliativmedizin sowie einen Fachkundenachweis in der Geriatrie. Seit 2013 gehört sie dem ärztlichen Beirat der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft in Rheinland-Pfalz an. Seit 2020 ist sie dessen stellvertretende Vorsitzende. Darüber hinaus ist von der Osten-Sacken ausgebildete Ethikberaterin und hat berufsbegleitend Medizinethik an der Universität Mainz studiert. Ihre Erfahrungen bringt sie inzwischen auch in das Ethikkomitee des Klinikums ein.

Frührehabilitation soll Anfang 2027 starten

Für die weitere Entwicklung der Neurologie formulierte die neue Chefärztin mehrere konkrete Vorhaben. Geplant ist die Einrichtung von vier neuropalliativen Betten. Zudem soll die Neuroradiologie weiter ausgebaut werden, um die Schlaganfallversorgung zu verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die neurologische Frührehabilitation. Das Land Rheinland-Pfalz hat dem Klinikum die entsprechende Leistungsgruppe im Zuge der Krankenhausreform zugewiesen. Der neue Bereich soll Anfang 2027 zunächst mit zehn Betten starten. Später ist eine Erweiterung auf 20 Betten vorgesehen. Versorgt werden sollen dort Menschen nach schweren akuten Erkrankungen oder Verletzungen des Nervensystems.

Weitere Angebote für Multiple Sklerose und Parkinson

Ausbauen möchte von der Osten-Sacken außerdem die Behandlung von Menschen mit Multipler Sklerose. Eine möglichst frühzeitige Therapie könne den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen. Weiterentwickelt werden sollen zudem die ambulante Versorgung und die Komplexbehandlung bei Parkinson. Auch die ambulante und stationäre Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen gehört zu den geplanten Schwerpunkten.

Klinikum bleibt Schwerpunktversorger

Im Rahmen der Krankenhausreform hat das Land das Klinikum Idar-Oberstein als Schwerpunktversorger bestätigt. Das bisherige medizinische Leistungsspektrum bleibt damit erhalten und wird um die neurologische Frührehabilitation ergänzt. Parallel läuft die Suche nach einem neuen Mehrheitsgesellschafter. Nach dem Abschluss der Interessenbekundungsphase soll in der ersten Oktoberhälfte das strukturierte Bieterverfahren beginnen. Das Klinikum will Beschäftigte und Öffentlichkeit über den weiteren Verlauf informieren.

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