Ricarda Funk aus Bad Kreuznach hat sich mit Silber beim Kajak-Cross-Weltcup im französischen Vaires-sur-Marne in eine glänzende Ausgangslage gebracht. Nach vier Finals bei vier Starts darf die 34-Jährige nun sogar vom Sieg im Gesamtweltcup träumen.
Vier Starts, vier Finals – Funk wird zur Cross-Spezialistin
Eigentlich ist der klassische Kanuslalom die Paradedisziplin von Ricarda Funk. Doch was die Olympiasiegerin vom KSV Bad Kreuznach in dieser Saison im Kajak-Cross abliefert, lässt inzwischen kaum noch von einem Nebenprojekt sprechen. Viermal ging Funk im Weltcup an den Start – und viermal erreichte sie das Finale. Die Bilanz kann sich sehen lassen: einmal Silber, einmal Bronze und zweimal Rang vier.
Cheftrainer Thomas Apel sieht die Bad Kreuznacherin deshalb bereits auf dem Weg zur Cross-Spezialistin. Nach ihrem zweiten Platz in Frankreich formulierte er das nächste Ziel unmissverständlich: Funk soll erneut den Gesamtweltcup im Kajak-Cross gewinnen. Die 34-Jährige selbst bleibt zurückhaltender. Natürlich schaue sie „ein kleines bisschen auf den Gesamtweltcup“, sagte Funk. Gleichzeitig weiß sie um die Unberechenbarkeit der jungen Disziplin. Kein Cross-Rennen gleiche dem anderen – entsprechend wolle sie weiter Schritt für Schritt vorgehen.
Ricarda Funk aus Bad Kreuznach kämpft sich zu Silber
Geschenkt wurde Funk der Podestplatz vor den Toren von Paris nicht. Im Gegenteil: Die Rennen auf dem Kurs von Vaires-sur-Marne verlangten der Bad Kreuznacherin einiges ab.
„Heute war es brutal anstrengend“, bilanzierte sie nach dem Wettkampf. Vor allem die Starts von der Rampe sorgten für zusätzlichen Druck. Funk setzte deshalb auf Angriff, suchte konsequent nach Lücken und nutzte ihre Möglichkeiten. Dabei brauchte sie auch etwas Glück. Im Viertelfinale kam sie zunächst nur als Dritte ins Ziel – eigentlich wäre damit Schluss gewesen. Doch eine Konkurrentin erhielt nachträglich eine Strafe. Funk rückte auf Rang zwei vor und stand damit im Halbfinale. Dort kämpfte sie sich weiter bis in das entscheidende Rennen.
Nur Camille Prigent ist im Finale schneller
Im Finale musste sich Funk schließlich nur Camille Prigent geschlagen geben. Die Französin sicherte sich vor heimischer Kulisse souverän Gold. Hinter Funk ging Bronze an die Britin Lois Leaver. Die US-Amerikanerin Evy Leibfarth, die sich ebenfalls für das Finale qualifiziert hatte, trat aus zunächst unbekannten Gründen nicht an. Bereits im Achtelfinale hatte Funk ein brisantes deutsches Duell überstehen müssen. Mit Andrea Herzog lieferte sie sich an den Aufwärtstoren einen intensiven Kampf um Rang zwei. Herzog setzte sich zunächst vor Funk, doch am zweiten Aufwärtstor drehte die Bad Kreuznacherin die Reihenfolge wieder um und zog in die nächste Runde ein.
Jetzt rückt der Gesamtweltcup in den Fokus
Dass Funk im Cross inzwischen konstant zur Weltspitze gehört, ist angesichts ihrer Saisonbilanz kaum noch zu übersehen. Selbst wenn nicht jedes Rennen perfekt läuft, findet sie regelmäßig einen Weg ins Finale. Im Einzelzeitfahren von Vaires-sur-Marne hatte sie zuvor lediglich Rang 15 belegt. Für die K.o.-Runden reichte das problemlos – und dort zeigte Funk erneut ihre Stärke im direkten Duell.
Aus dem zusätzlichen Standbein Kajak-Cross ist damit längst eine zweite Titelchance geworden. Und spätestens nach Silber in Frankreich ist der Gesamtweltcup keine theoretische Möglichkeit mehr. Für Ricarda Funk und den KSV Bad Kreuznach könnte die Saison damit noch einen besonderen Schlusspunkt bereithalten.
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