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Klinikum Idar-Oberstein. Suche nach neuem Eigentümer wird konkret

Marianne Thömes – SHG-Baudirektorin Frank Frühauf – Oberbürgermeister der Stadt Idar-Oberstein Günther Jung – Stadtbürgermeister von Baumholder Miroslaw Kowalski – Landrat des Landkreises Birkenfeld und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Idar-Oberstein Clemens Hoch – rheinland-pfälzischer Gesundheitsminister Joachim Krekel – Kaufmännischer Direktor des Klinikums Idar-Oberstein Bernd Alsfasser – Bürgermeister der Verbandsgemeinde Baumholder Hans-Joachim Backes – Geschäftsführer der Saarland-Heilstätten GmbH (SHG)
Bild: Damals noch in bester Laune bei der Übergabe eines Förderbescheides im März 2026. Beim Besuch von Gesundheitsminister Clemens Hoch am Klinikum Idar-Oberstein (von links): SHG-Baudirektorin Marianne Thömes, Oberbürgermeister Frank Frühauf, Stadtbürgermeister Günther Jung, Landrat Miroslaw Kowalski, Gesundheitsminister Clemens Hoch, der Kaufmännische Direktor Joachim Krekel, VG-Bürgermeister Bernd Alsfasser und SHG-Geschäftsführer Hans-Joachim Backes. Foto: SHG/Antonio de Moraes Barros Filho

Wer übernimmt künftig die Mehrheit am Klinikum Idar-Oberstein? Im laufenden Verfahren um den Ausstieg der Saarland-Heilstätten GmbH zeichnet sich jetzt konkretes Interesse ab. Mehrere Klinikträger wollen offenbar die 50,05-Prozent-Beteiligung der SHG übernehmen. Wer die Bewerber sind und wie viele Angebote tatsächlich im Rennen sind, bleibt bislang unter Verschluss.

Damit beginnt in den kommenden Monaten eine entscheidende Phase für das Klinikum. Denn es geht nicht nur um einen Wechsel auf dem Papier. Ein neuer Mehrheitseigner steigt bei einem Krankenhaus ein, das mitten in einem rund 150 Millionen Euro schweren Bauprojekt steckt und dessen Zukunft auch erhebliche finanzielle Auswirkungen für die öffentliche Hand hat.

Ab Mitte Oktober werden die Bücher geöffnet

Ab Mitte Oktober sollen ausgewählte Interessenten Zugang zu einem geschützten Datenraum erhalten. Dort können sie unter anderem Finanzen, Verträge und Leistungsdaten des Klinikums prüfen. Der Datenraum soll bis Mitte Dezember geöffnet bleiben. Im Anschluss werden zunächst unverbindliche Angebote erwartet. Ab Anfang 2027 sollen dann verbindliche Angebote folgen. Dabei geht es nicht allein darum, wer wie viel für die Anteile bietet. Von den Bewerbern wird auch ein Medizinkonzept erwartet, zudem muss die wirtschaftliche Tragfähigkeit nachgewiesen werden. Nach derzeitiger Planung soll das Auswahlverfahren im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden.

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Am Ende entscheidet auch die Kommunalpolitik

Welcher Träger künftig die Mehrheit am Klinikum hält, wird allerdings nicht allein innerhalb der Klinik entschieden. Dem Gesellschafterwechsel müssen die zuständigen kommunalen Gremien zustimmen. Damit wird die Auswahl spätestens Anfang 2027 auch zu einer kommunalpolitischen Entscheidung. Die kommunalen Gesellschafter halten zusammen 49,95 Prozent am Klinikum. Den mit Abstand größten Anteil besitzt der Landkreis Birkenfeld mit 42,25 Prozent. Die Stadt Idar-Oberstein hält 6,42 Prozent, hinzu kommen kleinere Beteiligungen von Stadt und Verbandsgemeinde Baumholder.

Warum die SHG ihre Mehrheit abgeben will

Hinter dem geplanten Eigentümerwechsel steht vor allem die Finanzierung der Zukunft des Klinikums. Die SHG kann aufgrund kommunalaufsichtlicher Vorgaben im Saarland die langfristig erforderlichen finanziellen Sicherheiten für den Erweiterungsbau nicht im benötigten Umfang bereitstellen. Die Suche nach einem neuen Mehrheitspartner ist deshalb eng mit einem der größten Krankenhausprojekte der Region verbunden. Der Erweiterungsneubau soll wesentliche medizinische Bereiche des Klinikums neu ordnen und modernisieren.

Kosten inzwischen bei rund 150 Millionen Euro

Dabei ist das Projekt erheblich teurer geworden. Ursprünglich waren Kosten von rund 135 Millionen Euro kalkuliert worden. Inzwischen liegt das Bauvolumen nach Angaben des Landkreises bei rund 150 Millionen Euro. Im Frühjahr war von Klinikseite sogar von voraussichtlich 152 Millionen Euro die Rede. Das Land Rheinland-Pfalz hat für das Vorhaben insgesamt 108,5 Millionen Euro Förderung zugesagt. Doch auch die kommunale Seite trägt ein erhebliches finanzielles Risiko.

Der Landkreis Birkenfeld hat eine Bürgschaft von bis zu 48 Millionen Euro beschlossen. Sie soll unter anderem Eigenanteile und notwendige Vorfinanzierungen absichern, bis zugesagte Fördermittel ausgezahlt werden. Der Kreis hatte sich dabei grundsätzlich bereit erklärt, notfalls die gesamte Bürgschaft zu übernehmen.

Neuer Eigentümer übernimmt eine anspruchsvolle Aufgabe

Der künftige Mehrheitseigner übernimmt damit kein Krankenhaus ohne Baustellen. Neben dem laufenden Großprojekt muss er das Klinikum durch den tiefgreifenden Umbau der deutschen Krankenhauslandschaft führen und gleichzeitig die medizinische Versorgung in der Region sichern. Für die Beschäftigten soll der Wechsel des Gesellschafters zunächst keine unmittelbaren arbeitsrechtlichen Veränderungen bringen. Arbeitgeber bleibt die Klinikum Idar-Oberstein GmbH. Bestehende Arbeitsverträge, Arbeitsbedingungen und tarifliche Regelungen sollen nach Angaben der kommunalen Gesellschafter fortbestehen.

Welche Klinikträger sich diese Aufgabe zutrauen, dürfte vorerst geheim bleiben. Ab Mitte Oktober können die Bewerber nun tief in die Bücher des Klinikums schauen. Anfang 2027 wird sich dann zeigen, wer tatsächlich bereit ist, ein verbindliches Angebot für die Mehrheit abzugeben – und welchem Bewerber die kommunalen Gremien die Zukunft des Klinikums anvertrauen wollen.

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