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900.000 Euro zusätzlich: So teuer wird der Erhalt des Krankenhauses Heilig Geist

Bopparder Krankenhaus Heilig Geist
Bild: Bopparder Krankenhaus Heilig Geist / Foto: Stadt Boppard

Der Erhalt des Krankenhauses Heilig Geist wird für Boppard 2026 zu einer erheblichen finanziellen Belastung. Der Stadtrat hat weitere 900.000 Euro für die Verlustübernahme bereitgestellt. Für das laufende Jahr wird inzwischen mit einem Defizit des Krankenhauses von rund 1,34 Millionen Euro gerechnet.

Damit wird deutlich, welche Dimension die Rettung des Krankenhausstandorts inzwischen erreicht hat. Noch Ende 2025 war die Stadt von deutlich niedrigeren eigenen Beiträgen für 2026 ausgegangen.

1,34 Millionen Euro Verlust erwartet

Von dem erwarteten Jahresfehlbetrag von rund 1,34 Millionen Euro übernimmt der Förderkreis Hospital zum Heiligen Geist 100.000 Euro. Damit verbleiben rund 1,24 Millionen Euro, die über die vereinbarte Verlustübernahme abgesichert werden müssen. 350.000 Euro waren dafür bereits im städtischen Haushalt eingeplant. Nun beschloss der Stadtrat einstimmig, weitere 900.000 Euro überplanmäßig bereitzustellen. Die Stadt muss diese zusätzlichen 900.000 Euro allerdings nicht vollständig aus eigenen Einnahmen finanzieren. 200.000 Euro kommen aus einer Kostenbeteiligung der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist. Weitere 700.000 Euro können durch Gewerbesteuernachzahlungen aus dem Vorjahr gedeckt werden.

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Ende 2025 waren noch deutlich niedrigere Beträge vorgesehen

Die Entwicklung zeigt, wie stark sich die finanzielle Planung innerhalb weniger Monate verändert hat. Im Dezember 2025 hatte der Stadtrat zunächst beschlossen, sich 2026 mit maximal 450.000 Euro an den Verlusten zu beteiligen. Für 2027 war damals eine Obergrenze von 750.000 Euro vorgesehen. Diese Grenzen hielten jedoch nicht lange. Im Februar 2026 weitete Boppard seine Zusage erheblich aus. Für die Jahre 2026 und 2027 können seitdem zusammen bis zu zwei Millionen Euro für die Verlustübernahme eingesetzt werden. Schon bei dieser Entscheidung war klar, dass die Unterstützung Folgen für den städtischen Haushalt haben würde. Die Stadt hatte darauf hingewiesen, dass der zuvor ausgeglichene Ergebnishaushalt durch die Verlustübernahme ins Minus rutschen werde.

Krankenhaus stand bereits vor der Schließung

Hinter den Millionenbeträgen steht eine längere Auseinandersetzung um die Zukunft des Bopparder Krankenhauses. Im Juli 2024 hatte die Gesellschafterversammlung des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein mehrheitlich die Schließung des Standorts beschlossen. Die Stadt Boppard, der Rhein-Hunsrück-Kreis und die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist verhinderten das zunächst. Durch die Übernahme von Verlusten konnte der Krankenhausbetrieb fortgeführt werden. Anfang 2026 wurde erneut intensiv über die Zukunft des Hauses verhandelt. Dabei ging es nicht nur um Geld, sondern auch darum, wer langfristig Verantwortung für den Standort übernehmen soll. Boppard lehnte eine Übernahme von Träger- oder Gesellschafteranteilen am Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein ab.

Rund 10.000 Patienten pro Jahr

Für Boppard geht es dabei um einen bedeutenden medizinischen Standort. Nach Angaben des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein arbeiten im Krankenhaus Heilig Geist rund 270 Beschäftigte. Pro Jahr werden dort etwa 3.600 Menschen stationär und weitere 6.300 Patienten ambulant behandelt. Zum medizinischen Angebot gehören unter anderem Innere Medizin, Akutgeriatrie, Psychosomatik, Wundmedizin und plastische Chirurgie. Die finanzielle Unterstützung soll deshalb nicht nur den aktuellen Betrieb sichern. Der Standort soll langfristig zu einer sogenannten Regioklinik weiterentwickelt werden.

Was passiert nach 2027?

Damit rückt allerdings eine Frage zunehmend in den Mittelpunkt: Wie wird das Krankenhaus nach 2027 finanziert? Die derzeitige Verlustübernahme der Stadt bezieht sich auf die Jahre 2026 und 2027. Gleichzeitig soll für den Standort eine langfristige Perspektive geschaffen werden. Bereits in früheren Vereinbarungen war ein Betrieb bis mindestens Ende 2032 vorgesehen. Ob und in welcher Höhe nach 2027 weiterhin kommunale Zuschüsse notwendig sein werden, steht derzeit nicht fest. Entscheidend dürfte sein, wie sich das geplante Regioklinik-Modell entwickelt und wie die künftige Finanzierung des Standorts ausgestaltet wird. Für 2026 ist die Größenordnung dagegen inzwischen deutlich: Das erwartete Defizit liegt bei rund 1,34 Millionen Euro. Mit dem einstimmigen Beschluss über die zusätzlichen 900.000 Euro hat der Stadtrat erneut deutlich gemacht, dass Boppard am Krankenhausstandort festhalten will.

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