Greenpeace Bad Kreuznach macht an diesem Samstag auf die Belastung von Flüssen, Seen und Trinkwasser durch Überdüngung aufmerksam. Von 14 bis 17 Uhr informieren die Aktivisten auf dem Bad Kreuznacher Kornmarkt an einer symbolischen Getränkestation über die Folgen der Nitratbelastung.
Greenpeace Bad Kreuznach protestiert gegen Wasserverschmutzung
Gleichzeitig startet die bundesweite Mitmach-Aktion „Nitrat im Wasser aufdecken“. Interessierte Bürger können sich in den kommenden Monaten mit bereitgestellten Tests an der Untersuchung privater Brunnen, Bäche und Flüsse auf ihren Nitratgehalt beteiligen. Die Ergebnisse sollen in eine interaktive Deutschlandkarte einfließen und das Ausmaß der Gewässerbelastung sichtbar machen.
Der Protest richtet sich gegen Pläne von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) sowie verschiedener Bundesländer, darunter Bayern und Nordrhein-Westfalen, das Düngerecht und damit wichtige Regelungen zum Wasserschutz zu lockern.
„Unser Trinkwasser ist in Gefahr, unsere Seen kippen um, aber die Regierung will die Düngeregelungen aushöhlen und riskiert, dass unser Wasser weiter verschmutzt wird“, sagt Sabine Friedrich von Greenpeace Bad Kreuznach. Und: „Wir alle brauchen sauberes Wasser, deshalb müssen unsere Gewässer konsequent vor Nitrat geschützt werden.“
Grundwasser bereits an einem Viertel der Messstellen belastet
Zum Auftakt der sogenannten Crowd-Recherche demonstrieren die Greenpeace-Aktiven vor Ort die Wassertests und erläutern den Ablauf. Engagierte Bürger erhalten Testmaterial und können sich bis Ende November an den Untersuchungen beteiligen. Die auf der Online-Karte erfassten Ergebnisse werden anschließend von Greenpeace-Experten dokumentiert und in einem Bericht ausgewertet.
Bundesweit protestieren an diesem Wochenende Greenpeace-Aktive in mehr als 30 Städten unter dem Motto „Wasser schützen. Überdüngung stoppen“ gegen die Düngepolitik des Landwirtschaftsministers.
Nach Angaben von Greenpeace bringt die industrielle Landwirtschaft große Mengen stickstoff- und phosphorhaltigen Düngers aus. Insbesondere die intensive Tierhaltung produziere mehr Gülle, als Böden und Pflanzen aufnehmen könnten. Nährstoffüberschüsse wie Nitrat gelangten dadurch ins Grundwasser sowie in Flüsse, Seen und Meere.
Gleichzeitig würden die Vorgaben für die Düngung in besonders mit Nitrat belasteten sogenannten roten Gebieten von Bund und Ländern infrage gestellt, ohne dass alternative Regelungen zum Schutz des Wassers vorhanden seien. Gebiete, in denen das Grundwasser bereits den gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter überschreitet, machen laut Greenpeace rund 15 Prozent der Fläche Deutschlands aus.
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