Die Stadt Alzey ist beim Klima-Wettbewerb 2025 des Kommunalen Klimapakts Rheinland-Pfalz als Preisträgerin ausgezeichnet worden. Das rheinland-pfälzische Klimaschutzministerium ehrte am 11. Mai 2026 insgesamt zwölf Projekte aus dem ganzen Land mit einem Gesamtpreisgeld von 100.000 Euro.
Alzey Klima-Preis
Alzey überzeugte in der Kategorie „Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien“. Das Projekt: Ein sogenanntes Strombilanzkreismodell, das gemeinsam mit der EWR AG und der EWR Netz GmbH entwickelt wurde.
Überschüssiger Solarstrom wird gezielt weitergeleitet
Das Projekt basiert auf der Idee, überschüssigen Strom aus Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden nicht mehr ins allgemeine Stromnetz einzuspeisen, sondern innerhalb der kommunalen Gebäude weiterzuverwenden. Der erzeugte Solarstrom wird beispielsweise an das Rathaus, Schulen oder andere städtische Einrichtungen weitergeleitet. Ziel ist es, den lokal produzierten Strom auch lokal zu nutzen.
Seit dem 1. Oktober 2025 befindet sich das Modell im Betrieb. Nach Angaben der Stadt entstehen jährlich rund 220.000 Kilowattstunden Überschussstrom aus den Photovoltaikanlagen. Durch die neue Nutzung könnten bis zu 80 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart werden.
Projekt soll Vorbild für andere Kommunen werden
Die Stadt Alzey sieht das Projekt als Modell mit Vorbildcharakter für andere Kommunen in Deutschland. Bereits jetzt habe das Konzept bundesweite Aufmerksamkeit erhalten. Klimaschutzmanager Marcel Klotz stellte das Modell bereits bei verschiedenen Fachveranstaltungen vor.
Klotz verantwortete nach Angaben der Stadt die Potenzialanalyse, die Wirtschaftlichkeitsanalyse sowie die Ausschreibung des Projekts. In einem nächsten Schritt soll das Modell weiter optimiert werden. Besonders interessant werde das Konzept künftig, wenn ältere Photovoltaikanlagen aus der EEG-Vergütung fallen oder die garantierte Einspeisevergütung für neue Anlagen wegfallen sollte.
„Mit klugen Ideen können wir, allen Herausforderungen zum Trotz, zuversichtlich in die Zukunft blicken”, betonte Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder bei der Preisverleihung. „Dank der offenen Zusammenarbeit mit der EWR AG und dem direkten Draht zum Netzbetreiber EWR Netz GmbH gelang es, das für alle Seiten gewinnbringende Projekt umzusetzen“, so der städtische Klimaschutzmanager Marcel Klotz.
Preisgeld fließt in die Weiterentwicklung
Das Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro soll direkt in die Weiterentwicklung des Projekts investiert werden. Geplant sei unter anderem die stärkere Einbindung von Stromspeichern. Dadurch könne künftig noch mehr selbst erzeugter Solarstrom gespeichert und bedarfsgerecht genutzt werden.
Alzeys Bürgermeister Steffen Jung lobte die Zusammenarbeit aller Beteiligten: „Das Projekt ist ein starkes Beispiel dafür, was echte Teamarbeit bewirken kann. Der Klimaschutzmanager der Stadt Alzey, die Vergabestelle, das Gebäudemanagement sowie unsere Partner EWR AG und EWR Netz GmbH haben gemeinsam etwas auf den Weg gebracht, das weit über Alzey hinaus Wirkung zeigt.“
Jung: „Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die dieses Projekt mit großem Engagement, Fachwissen und viel Einsatz möglich gemacht haben.“


