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Kanuten stören Naturschutzgebiet an der Nahe

Quelle: Rhein Nahe Direkt

Ein Vorfall im Naturschutzgebiet an der Nahe bei Bad Kreuznach sorgt für Besorgnis. Am Sonntagmittag missachtete eine größere Gruppe Kanuten bestehende Regeln. Zwischen Bad Münster am Stein-Ebernburg und Bad Kreuznach befuhr sie einen geschützten Abschnitt. Dabei gelten dort klare Einschränkungen von April bis Oktober.

Schutzgebiet in sensibler Brutzeit

Die Naturschutzgruppe Nahe berichtet von 13 bis 14 Personen auf dem Wasser. Diese gehörten laut Einschätzung nicht zu lokalen Vereinen. Vielmehr handelte es sich wohl um Freizeitpaddler oder Anbieter von Touren. Während viele Anbieter informieren, ignorierte diese Gruppe die Vorschriften.

Der betroffene Flussabschnitt gilt als ökologisch besonders wertvoll. Er bietet seltenen Lebensraum für Wasservögel. Gerade jetzt ziehen viele Tiere ihre Jungen auf. Deshalb sind mehrere Bereiche gesperrt, und zusätzlich erschweren niedrige Wasserstände die Lage.

Schwere Folgen für Tiere beobachtet

Beobachter schildern eine laute und rücksichtslose Fahrt der Kanuten. Sie bewegten sich über die gesamte Flussbreite, und sie befuhren Uferzonen. Dadurch gerieten Tiere in Stress, und Familienverbände wurden getrennt.

Besonders dramatisch verlief eine Szene nahe der Eisenbahnbrücke. Ein Schwanenvater floh mit seiner Familie und geriet dabei in ein Revier. Dort griff ein anderes Schwanenpaar an. Der Kampf verlagerte sich ans Ufer, und das Tier blieb schließlich regungslos liegen.

Nur durch schnelles Eingreifen konnte Schlimmeres verhindert werden. Ein Angler und ein Familienvater halfen gemeinsam mit einem Mitglied der Naturschutzgruppe. Sie retteten den Schwan und seine Familie trotz gefährlicher Bedingungen im Wasser.

Appell an alle Wassersportler

Die Naturschutzgruppe warnt vor weiteren Folgen solcher Aktionen. Jungvögel verlieren schnell den Anschluss, und sie geraten in Lebensgefahr. Viele dieser Verluste bleiben unbemerkt, und sie wirken sich langfristig aus.

„Solche Situationen sind vermeidbar“, betont die Gruppe. „Es gibt ausreichend alternative Strecken. Wer sich über Regeln hinwegsetzt, gefährdet aktiv Tiere und zerstört wertvolle Lebensräume.“

Die Gruppe fordert daher mehr Rücksicht auf der Nahe. Wassersportler sollen Verbote beachten und Tiere nicht bedrängen. Gerade in der Brutzeit brauchen sie ruhige Rückzugsorte. Hinweise zu den beteiligten Kanuten nimmt die Naturschutzgruppe Nahe entgegen.

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Thorsten Subat arbeitet als Redaktionsleiter bei Rhein Nahe Direkt.
Sein Fokus liegt auf kommunalen Themen, Veranstaltungen und gesellschaftlich relevanten Entwicklungen. Dabei legt er Wert auf gründliche Recherche und verständliche Darstellung komplexer Themen.

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