Nahe-Region / Rheinhessen. Schnee, Eisregen und überfrierende Nässe haben am Dienstag, 3. Februar 2026, große Teile der Rhein-Nahe-Region lahmgelegt. Das Winterwetter führte zu zahlreichen Verkehrsunfällen, stundenlangen Sperrungen und erheblichen Problemen im Straßen- und Busverkehr.
Zahlreiche Unfälle im Raum Bad Kreuznach
Im Bereich der Polizeidirektion Bad Kreuznach eskalierte die Situation innerhalb kurzer Zeit. Gegen Mittag setzte zunächst Eisregen ein, der später in Schneefall überging. In der Folge registrierte die Polizei zwölf Verkehrsunfälle, wobei es meist bei Sachschäden blieb.
Ein Unfall auf der B41 bei Planig verlief jedoch schwerer. Dort verlor ein Autofahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen eine Leitplanke. Seine Beifahrerin wurde leicht verletzt. Zusätzlich kam es nach Polizeiangaben bei Norheim zu einem Unfall nahe eines Bahnübergangs, weshalb der Bahnverkehr für rund zwei Stunden unterbrochen werden musste.
Glatte Straßen rund um Alzey und Wörrstadt
Wie die Polizeidirektion Worms mitteilt, sorgten Schneefall und Eisregen besonders im Raum Alzey und Wörrstadt für gefährliche Straßenverhältnisse. Deshalb kam es dort zu mehreren witterungsbedingten Unfällen sowie zu Gefahrenstellen durch festgefahrene Busse und Lastwagen.
Vor allem an Steigungsstrecken zwischen Alzey und Erbes-Büdesheim sowie zwischen Wörrstadt und Sulzheim spitzte sich die Lage zu. Die Polizei riet dringend dazu, Fahrzeuge nur bei absoluter Notwendigkeit zu nutzen, da auch Nebenstraßen zeitweise kaum befahrbar waren.
Autobahnen rund um Mainz stark betroffen
Das Schneechaos in der Region traf auch die Autobahnen mit voller Wucht. Laut Verkehrsdirektion Mainz ereigneten sich auf den Autobahnen A60, A61 und A63 insgesamt 16 Verkehrsunfälle. Zwei Menschen erlitten dabei leichte Verletzungen.
Außerdem rutschten mehrere Lkw an Autobahnauffahrten fest, weil die Fahrbahnen überfroren waren. Betroffen waren unter anderem die Auffahrten Mainz-Laubenheim, Mainz-Hechtsheim West und Saulheim. Mit Unterstützung des THW konnten die Fahrbahnen geräumt werden, dennoch blieben einige Anschlussstellen bis zu drei Stunden gesperrt.
Alkoholisierter Lkw-Fahrer verunglückt auf der A61
Ein besonders gefährlicher Vorfall ereignete sich an der Anschlussstelle Gundersheim. Dort verlor ein 44-jähriger Fahrer eines Gliederzuges bei einsetzendem Schneefall die Kontrolle über sein Fahrzeug. Zwar blieb der Mann unverletzt, jedoch ergab ein Atemalkoholtest einen Wert von 2,75 Promille.
Die Polizei ordnete eine Blutprobe an, stellte den Führerschein sicher und leitete ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs ein.
Bus- und Schülerverkehr teilweise eingestellt
Auch der öffentliche Nahverkehr litt unter dem Wintereinbruch. In den Kreisen Bad Kreuznach, Mainz-Bingen und Birkenfeld stellten Verkehrsunternehmen den Busverkehr zeitweise ein. Davon war auch der Schülerverkehr betroffen.
Viele Eltern mussten ihre Kinder selbst abholen, standen jedoch ebenfalls im Stau, weil sich der Verkehr nur langsam bewegte und zahlreiche Straßen blockiert waren.
Polizei appelliert an Verkehrsteilnehmende
Angesichts der angespannten Lage appellierten die Polizeibehörden eindringlich an alle Verkehrsteilnehmenden, Fahrten möglichst zu vermeiden. Außerdem sollten Fahrzeuge nur mit geeigneten Winterreifen genutzt werden. Wer dennoch unterwegs war, sollte die Geschwindigkeit anpassen, Abstand halten und die aktuelle Verkehrslage prüfen.