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Ewald Lienen fordert mehr Fairness und weniger Egoismus

Bild: Rhein Nahe Direkt

Der frühere Bundesligaspieler und Trainer Ewald Lienen fordert mehr Fairness und gesellschaftliche Verantwortung – nicht nur im Fußball. Beim ersten „Talk im Oval Office“ im Bad Kreuznacher Parkhotel Kurhaus kritisierte er unter anderem Schauspielerei, übertriebene Härte und den Umgang mit Schiedsrichtern. Fußball sei zwar ein wichtiger Bestandteil seines Lebens, dürfe aber nicht zum Mittelpunkt der Welt erklärt werden. Der Sport könne Menschen verbinden und ihnen gemeinsame Erlebnisse ermöglichen. Seine öffentliche Bedeutung bringe jedoch auch Verantwortung mit sich.

Fußball als Spiegel der Gesellschaft

Lienen versteht den Fußball auch als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen. Leidenschaft, Einsatz und der Kampf um sportlichen Erfolg gehörten für ihn dazu – allerdings nur mit fairen und sozial verträglichen Mitteln. Die Gesellschaft könne nicht dauerhaft egoistisch weitermachen. Das gelte für die Wirtschaft ebenso wie für den Sport und andere Lebensbereiche. Durch seine große öffentliche Aufmerksamkeit könne der Fußball Menschen dazu anregen, ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen. Lienen beschäftigt sich auch in einem gemeinsamen Podcast mit seinem Freund Michael Born regelmäßig mit solchen Fragen.

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Profis prägen das Verhalten im Jugendfußball

Besonders kritisch sieht er das Verhalten einiger Profis auf dem Spielfeld. Wenn Spieler einen Kontakt vortäuschten, Gegner einschüchterten oder fortlaufend Entscheidungen des Schiedsrichters kritisierten, werde dies von einem Millionenpublikum beobachtet. Solche Verhaltensweisen würden anschließend auch im Jugendfußball nachgeahmt. Trainer und Spieler müssten sich ihrer Vorbildfunktion deshalb stärker bewusst werden. Andere Sportarten wie Handball und Rugby könnten dem Fußball nach Ansicht Lienens beim respektvollen Umgang mit den Unparteiischen als Vorbild dienen.

Gespräche zwischen den einzelnen Gängen

Beim „Talk im Oval Office“ wurden die Gesprächsrunden in ein gemeinsames Abendessen eingebettet. Die einzelnen Interviews fanden jeweils zwischen den Gängen des Menüs statt. Lienen zeigte sich anschließend von dem Konzept und der Atmosphäre begeistert. Das interessierte Publikum habe mit seinen Reaktionen wesentlich zum Gelingen des Abends beigetragen. Die Verbindung aus Gespräch und Menü ermögliche es den Gästen, die angesprochenen Themen während der Pausen untereinander weiterzudiskutieren. So könnten auch gesellschaftliche Fragen zur Sprache kommen, die zu Hause nicht immer angesprochen würden.

Peter Brandt kommt im November

Die Reihe wird am 13. November im Parkhotel Kurhaus fortgesetzt. Nächster Gesprächsgast ist der Historiker Peter Brandt. Auch bei der zweiten Ausgabe sollen Nachhaltigkeit und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen im Mittelpunkt stehen.

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