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Waldhilfe lehnt Probebohrungen für Steinbrucherweiterung ab

Waldhilfe lehnt Probebohrungen für Steinbrucherweiterung ab
Bild: Waldhilfe e.V.

Die Waldhilfe stellt sich gegen die diskutierten Probebohrungen auf rund 60.000 Quadratmetern im Bad Kreuznacher Stadtwald. Der Verein befürchtet, dass eine Zustimmung zu den Erkundungen eine spätere Erweiterung des Steinbruchs Traisen politisch oder vertraglich vorwegnehmen könnte.

Die Waldhilfe lehnt deshalb sowohl die Probebohrungen als auch einen späteren Abbau ab. Sie fordert den Stadtrat auf, Erkundung und Steinbrucherweiterung rechtlich und politisch eindeutig voneinander zu trennen.

Frühere Bohrungen sollen bereits Erkenntnisse liefern

Aus Sicht des Vereins ist fraglich, ob neue Erkundungsbohrungen überhaupt notwendig sind. Bereits in den 1980er-Jahren seien Bohrungen vorgenommen worden. Deren Ergebnisse dürften nach Ansicht der Waldhilfe weiterhin Aussagekraft besitzen.

Der stellvertretende Vorsitzende Andreas Hofmann verweist außerdem auf sechs bereits vorhandene Steinbrüche in der näheren Umgebung. Schutz und Erhalt des Waldes müssten Vorrang vor einer weiteren Abbaufläche haben.

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Wald als Kühlung und Wasserspeicher

Nach dem heißen und trockenen Sommer betont die Waldhilfe die Bedeutung des Stadtwaldes für Menschen, Tiere und Natur. Er kühle die Umgebung, speichere Wasser und biete zahlreichen Arten einen Lebensraum.

Der Vorsitzende Hansjörg Rehbein widerspricht deshalb der öffentlich kursierenden Einschätzung, der betroffene Teil des Waldes sei nahezu wertlos. Der Wald müsse als natürliche Klimaanlage für die bebauten Gebiete gestärkt werden.

Darüber hinaus diene er nach Angaben des Vereins als Reservoir für sauberes Trinkwasser und als Naherholungsgebiet.

Waldhilfe verweist auf geschützte Tierarten

Die Nutzungsdichte im Stadtwald durch Wanderer, Mountainbiker und Spaziergänger sei bereits hoch. Für das Wild gebe es dadurch nur noch wenige Rückzugsmöglichkeiten.

Der für die mögliche Steinbrucherweiterung diskutierte Waldbereich habe lange als vergleichsweise ruhig gegolten. Dort sei unter anderem der Kolkrabe vorgekommen, werde inzwischen jedoch kaum noch gesichtet.

Außerdem habe die Europäische Wildkatze dort weiterhin ihr Revier. Sie wird nach Angaben der Waldhilfe in der Roten Liste für Rheinland-Pfalz als potenziell gefährdet eingestuft.

Vorstandsmitglied Kristof Mades hält eine Genehmigung der Steinbrucherweiterung deshalb allein aufgrund der umweltrechtlichen Belange für nicht vertretbar.

Stadtratsbeschluss wäre noch keine Abbaugenehmigung

Die Waldhilfe weist darauf hin, dass die Zustimmung der Stadt als Grundstückseigentümerin von den erforderlichen öffentlich-rechtlichen Genehmigungen getrennt werden muss.

Ein Beschluss des Stadtrats ersetze weder eine Abbaugenehmigung noch die notwendigen Prüfungen zur Waldumwandlung sowie zum Natur- und Umweltschutz. Er könne die Stadt nach Einschätzung des Vereins jedoch politisch oder vertraglich binden und damit Einfluss auf die spätere Entscheidung nehmen.

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Thorsten Subat arbeitet als Redaktionsleiter bei Rhein Nahe Direkt.Sein Fokus liegt auf kommunalen Themen, Veranstaltungen und gesellschaftlich relevanten Entwicklungen. Dabei legt er Wert auf gründliche Recherche und verständliche Darstellung komplexer Themen.