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Stadt und Kreis retten das Binger Heilig-Geist-Hospital

Stadt und Kreis retten das Binger Heilig-Geist-Hospital
Quelle: https://www.heilig-geist-hospital.de/news/details/krankenhaeuser-im-laendlichen-raum-unter-druck-ein-blick-hinter-die-kulissen-des-hgh-bingen

Die Stadt Bingen und der Landkreis Mainz-Bingen wollen das insolvente Heilig-Geist-Hospital (HGH) mit weiteren Millionenbeträgen unterstützen. In einer gemeinsamen Sitzung des Binger Stadtrats und des Kreistags Mainz-Bingen beschlossen die Gremien am Mittwochabend im Beisein des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministers Clemens Hoch die zusätzliche finanzielle Unterstützung.

Weitere Millionen für das Heilig-Geist-Hospital

Die Stadt Bingen stellt weitere 1,35 Millionen Euro bereit, der Landkreis Mainz-Bingen steuert 1,29 Millionen Euro bei. Mit dem Geld soll der Übergang des Krankenhauses in eine sogenannte Regio-Klinik ermöglicht werden. Im Stadtrat fiel die Entscheidung einstimmig, im Kreistag gab es eine Mehrheit.

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Krankenhaus erneut von Insolvenz bedroht

Die finanzielle Lage des HGH hatte sich in den vergangenen Monaten weiter verschärft. Stadt Bingen und Landkreis Mainz-Bingen hatten als kommunale Gesellschafter der Betreibergesellschaft HGH gGmbH im Zuge der Insolvenz im Jahr 2024 beschlossen, bis 2028 insgesamt 15,8 Millionen Euro zur Stabilisierung des Krankenhauses bereitzustellen. Dieses Geld war jedoch bereits im Frühjahr 2026 nahezu aufgebraucht.

Am 6. Mai 2026 wurden die beiden kommunalen Gremien deshalb über eine erneut drohende Insolvenz des HGH informiert. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. August eröffnet. Gespräche mit möglichen Investoren führten zu keinem positiven Ergebnis. Gleichzeitig liefen weitere Verluste auf. Auch die Gehälter der Beschäftigten des HGH waren für September nicht mehr gesichert.

Ohne eine weitere finanzielle Unterstützung durch Stadt und Kreis hätte dem Hospital damit zum 1. September die Schließung gedroht.

Regio-Klinik als verbliebene Perspektive

Gesundheitsminister Clemens Hoch bezeichnete das HGH als notwendigen Standort, der weiterhin Bestandteil der Landeskrankenhausplanung sein könne. Eine Regio-Klinik in Bingen könne demnach alltägliche medizinische Notfälle auffangen.

Je nach konkreter Ausgestaltung wären eine internistische Notaufnahme, ein Angebot von bis zu 50 Betten sowie eine geriatrische Abteilung und eine Palliativstation denkbar. Eine rund um die Uhr besetzte Notaufnahme mit den Bereichen Chirurgie, Innere Medizin und Anästhesie ist bei einer Regio-Klinik dagegen nicht vorgesehen. Eine solche Struktur müsste allein von den kommunalen Gesellschaftern finanziert werden und sei aus Kostengründen nicht dauerhaft tragbar. Darauf wiesen sowohl der Gesundheitsminister als auch Insolvenzverwalter Jens Lieser hin.

Eine ambulante chirurgische Versorgung ist bereits über das angeschlossene Medizinische Versorgungszentrum vorhanden.

Das Land Rheinland-Pfalz will den anstehenden Transformationsprozess mit insgesamt 2,5 Millionen Euro an Investitionsmitteln unterstützen. Gesundheitsminister Clemens Hoch appellierte an Stadtrat und Kreistag, der Regio-Klinik in Bingen eine Chance zu geben. Diese Einschätzung teilten auch Oberbürgermeister Thomas Feser und Landrat Thomas Barth.

Oberbürgermeister: Notwendige statt ideale Lösung

Oberbürgermeister Thomas Feser erklärte zum Beschluss: „Uns war klar, dass wir mit dieser Entscheidung keine ideale, sondern eine notwendige Lösung treffen. Eine Regio-Klinik bietet dem HGH und den Menschen in Bingen und der Region eine reelle Perspektive, während eine Schließung unwiederbringliche Folgen für die wohnortnahe Versorgung gehabt hätte. Diese Chance wollten und mussten wir nutzen. Auch wenn das Leistungsspektrum reduziert wird, so haben wir doch eine gesicherte Grundversorgung.“

Die neue Struktur als Regio-Klinik soll zum 1. Januar 2027 wirksam werden.

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Max Wischermann ist Redakteur bei Rhein Nahe Direkt.Er konzentriert sich auf aktuelle Nachrichten aus der Rhein-Nahe-Region, insbesondere auf Einsätze der Polizei, Sicherheitsberichte und relevante gesellschaftliche Themen.