Die beeindruckende Wimbledon-Reise von Emily Eigelsbach ist beendet. Die 17-jährige Tennisspielerin aus Bad Kreuznach musste sich im Viertelfinale des Juniorinnen-Wettbewerbs der US-Amerikanerin Janae Preston mit 3:6 und 1:6 geschlagen geben.
Emily Eigelsbach scheitert im Wimbledon-Viertelfinale
Die Partie dauerte lediglich 1 Stunde und 4 Minuten. Preston bestimmte das Spiel über weite Strecken und ließ der Bad Kreuznacherin nur wenig Raum, um ihre Spielweise zu entfalten.
Auch die Spielstatistik zeigt teilweise die Überlegenheit der US-Amerikanerin. Emily Eigelsbach unterliefen vier Doppelfehler. Janae Preston gelangen dagegen drei Asse.
Erfolgreichstes Wimbledon ihrer Karriere
Trotz des Ausscheidens blickt Eigelsbach auf ein außergewöhnlich erfolgreiches Turnier zurück. Mehrfach bewies sie außergewöhnliche mentale Stärke und gewann nach verlorenem ersten Satz. Bereits in der ersten Runde überraschte sie mit einem 7:5- und 6:2-Erfolg gegen die in der Weltrangliste an Position 16 gesetzte Inderin Maaya Rajeshwaran Revathi. Dabei bewies sie große Nervenstärke, wehrte im ersten Satz drei Satzbälle ab und erfüllte sich mit ihrem Start im Hauptfeld des Juniorinnen-Wettbewerbs einen langjährigen Traum:
„Es ist für mich unglaublich, hier als Spielerin auf dem Platz zu stehen. Genau vor zehn Jahren war ich mit meinen Eltern bei einer Stadiontour in Wimbledon und habe beim Abschied gesagt: Ihr werdet mich hier als Spielerin wiedersehen. Dass das heute wirklich Realität ist, bedeutet mir unheimlich viel. Ich empfinde eine riesige Dankbarkeit und Wertschätzung dafür, hier spielen zu dürfen“, so Eigelsbach nach ihrem Auftaktsieg.
Auch in der zweiten Runde zeigte die Bad Kreuznacherin ihre Kämpferqualitäten. Nach einem 1:6 im ersten Satz gegen die Lettin Adelina Lacinova kämpfte sie sich zurück und gewann die Partie mit 7:5 und 6:3. Dabei überzeugte sie unter anderem mit 32 direkten Gewinnschlägen, einer offensiven Spielweise und erfolgreichen Netzangriffen.
Im Achtelfinale gelang Emily Eigelsbach schließlich der bislang größte Erfolg ihrer noch jungen Karriere. Gegen die an Nummer drei gesetzte Tschechin Jana Kovackova drehte sie erneut einen Satzrückstand und gewann nach 2 Stunden und 12 Minuten mit 4:6, 7:6 und 6:4. Sie zog damit erstmals ins Viertelfinale von Wimbledon ein und war zu diesem Zeitpunkt die letzte verbliebene deutsche Spielerin im gesamten Turnier.
Starker Auftritt auf der großen Tennisbühne
Mit dem Einzug unter die besten acht Juniorinnen in Wimbledon feierte Emily Eigelsbach ihre bislang erfolgreichste Teilnahme am traditionsreichsten Tennisturnier der Welt. Einem Tennisturnier, mit dem sie eine besondere Geschichte verbindet: Vor genau zehn Jahren war sie gemeinsam mit ihren Eltern bei einer Stadiontour auf dem Gelände des All England Club. Damals verabschiedete sie sich von den Mitarbeitern mit den Worten, dass sie eines Tages als Spielerin zurückkehren werde. Genau dieser Moment ist nun Wirklichkeit geworden.
Auch wenn der Traum vom Halbfinale beendet ist, setzt die 17-Jährige mit ihrem Viertelfinaleinzug einen bedeutenden Meilenstein in ihrer sportlichen Entwicklung.