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Tourismus Rheinhessen boomt: Hunsrück-Nahe verliert Gäste

Bacharach von oben. Touristenregion Rheinhessen
Bild: Rhein-Nahe Touristik

Der Tourismus in Rheinland-Pfalz wächst – doch nicht überall. Das Bundsland Rheinland-Pfalz meldet steigende Gäste- und Übernachtungszahlen. Rheinhessen legt besonders stark zu. Die Tourismusregion Hunsrück-Nahe entwickelt sich bislang in die andere Richtung.

Deutlichem Minus für die Hunsrück-Nahe Region

6,1 Prozent weniger Gäste als im Vergleichszeitraum 2025 kamen von Januar bis Mai 2026 in die Region Hunsrück-Nahe. Die Zahl der Übernachtungen sank deutlich um 5,8 Prozent. Damit fällt die Region aus dem positiven Landestrend. Bereits 2025 verzeichnete Rheinland-Pfalz rund 8,9 Millionen Gäste und 22,6 Millionen Übernachtungen. Im ersten Halbjahr 2026 setzte sich die positive Entwicklung fort.

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Viel besser entwickelt sich Rheinhessen

Der Vergleich mit Rheinhessen ist besonders auffällig. Dort stieg die Zahl der Gäste von Januar bis Mai um 6,6 Prozent. Bei den Übernachtungen gab es sogar ein Plus von 7,7 Prozent. Die beiden benachbarten Tourismusregionen entwickeln sich damit derzeit sehr unterschiedlich. Während Rheinhessen deutlich wächst, verliert Hunsrück-Nahe Gäste und Übernachtungen.

Neue Tourismusregion erschwert den Vergleich

Die Zahlen müssen allerdings vorsichtig eingeordnet werden. Seit Januar 2026 werden Hunsrück und Naheland in der amtlichen Statistik gemeinsam als Tourismusregion Hunsrück-Nahe geführt. Aus den veröffentlichten Daten lässt sich deshalb nicht ablesen, ob die Rückgänge stärker auf den Hunsrück oder auf das Naheland entfallen. Auch direkte Vergleiche mit älteren Zahlen des früher separat ausgewiesenen Nahelands sind nur eingeschränkt möglich.

Gäste werden zufriedener – Betriebe stehen unter Druck

Das neue Sparkassen-Tourismusbarometer zeigt gleichzeitig eine positive Entwicklung bei der Gästezufriedenheit. Diese ist 2025 in allen neun Tourismusregionen des Landes gestiegen. Für die Betriebe bleibt die wirtschaftliche Lage dennoch anspruchsvoll. Steigende Arbeits- und Energiekosten, Fachkräftemangel, Nachfolgeprobleme und eine zurückhaltende Konsumstimmung setzen Hotels und Gastronomie unter Druck.

2025 sank zudem die Zahl der Beherbergungsbetriebe in Rheinland-Pfalz, während die angebotene Bettenkapazität insgesamt stabil blieb. Das deutet darauf hin, dass größere oder verbleibende Betriebe ihre Kapazitäten teilweise ausbauen.

Qualität soll im Wettbewerb entscheidend werden

Tourismusminister Michael Ebling sieht deshalb weitere Investitionen als entscheidend an. Betriebe müssten unter anderem bei Qualität, Digitalisierung und Energieeffizienz nachlegen. Auch Künstliche Intelligenz spielt nach Erkenntnissen des Tourismusbarometers bei der Reiseplanung eine zunehmende Rolle.

Für Hunsrück-Nahe bleibt damit vor allem eine Frage offen: Handelt es sich bei den aktuellen Rückgängen lediglich um eine vorübergehende Entwicklung – oder verliert die Region dauerhaft gegenüber stärker wachsenden Reisezielen wie Rheinhessen?

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