Die Ausstellung „Überall ist Mitte“ beschäftigt sich mit Malerei und wie wir Dinge wahrnehmen. Es geht um Themen wie Abwesenheit, Abstand und darum, was wir sehen oder nicht verstehen. In einer Zeit, in der alles schnell und direkt erlebbar ist, fragt der Künstler Christian Mieves, was es bedeutet, unsere Sicht auf die Welt neu zu überdenken und andere Wege des Verstehens zu finden.
Christian Mieves studierte in Mainz, lebt seit über 20 Jahren in England und ist Maler und Dozent an der Universität Newcastle upon Tyne. Nach seinem Studium des Kommunikationsdesigns mit Schwerpunkt Illustration an der Fachhochschule Mainz erhielt er das Britische Stipendium des Arts and Humanities Research Council (AHRC). 2009 schloss er seine Doktorarbeit ab und lehrt heute als Associate Professor für Malerei in Newcastle. Darüber hinaus hat er zahlreiche Publikationen zur zeitgenössischen Kunst veröffentlicht und sich insbesondere mit Fragen der Sichtbarkeit, Bildentstehung und künstlerischen Prozesshaftigkeit auseinandergesetzt. Seit über 20 Jahren werden seine Werke in Einzel- und Gruppenausstellungen in Großbritannien, Spanien, Mexico, Schweiz und Deutschland präsentiert.
Der Titel der Ausstellung „Überall ist Mitte“ bezieht sich auf den Philosophen Giordano Bruno (1548–1600). Er vertrat die Auffassung, dass das Universum unendlich ist und kein festes Zentrum und keinen festen Rand besitzt. Diese Idee greift Mieves in seiner Malerei auf. Er zeigt, dass unsere Wahrnehmung offen und veränderlich ist. Besonders wichtig werden dabei Dinge, die unklar, unbekannt oder nur am Rand angedeutet werden. Die Malerei wird hier als ein produktiver Prozess des Verschwindens verstanden. Gleichzeitig wird die Vorstellung von einem festen Mittelpunkt hinterfragt. Abstrakte Malerei hilft dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und zu hinterfragen, was gesehen wird, wie es gesehen wird und was absichtlich unlesbar bleibt.
Die Ausstellung ist bis zum 26.07.2026 im Museum Schlosspark zu besichtigen.
Künstlerportrait Foto: Axel Wierdemann
