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Der Kirchturm in Spabrücken wird umfassend saniert

Bild: Ilka Möller-Götz

An der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Spabrücken laufen derzeit Sanierungsarbeiten. Ein Schwerpunkt liegt auf dem fast 300 Jahre alten Kirchturm, den die Arbeiter für die Restaurierung schrittweise vom Dach abnehmen.
Der Turm stammt wie die Kirche selbst aus dem Jahr 1731 und ist an seiner Spitze knapp 44 Meter hoch. Bereits in den 1960er-Jahren sowie zuletzt 1996 gab es Sanierungsarbeiten. Inzwischen ist die Holzkonstruktion jedoch erneut stark beschädigt.

Glocken brachten den Turm ins Schwanken

Besonders problematisch waren die Schwingungen beim Glockenläuten. Nach Angaben von Andreas Keber, Vorsitzender des Fördervereins, geriet der Turm an seiner Spitze dabei um fast 20 Zentimeter ins Schwanken. Weil die Holzkonstruktion durch das Läuten stark ins Schwanken geriet, legte man die Glocken bereits vor rund zweieinhalb Jahren still. Nun holen die Arbeiter auch die Glocken aus dem Turm, um die Konstruktion zu erneuern und zu restaurieren.

Am Dienstag wurde bereits der obere Teil des Turms, die sogenannte Laterne, mit einem Kran abgehoben. Zusammen mit dem Gerüst wog dieser Abschnitt rund 4,2 Tonnen. Am Donnerstag sollen der untere Teil des Turms sowie anschließend der Glockenstuhl mit den Glocken folgen.

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Schäden sind größer als zunächst erwartet

Nach dem Öffnen des Turms wurden weitere Schäden sichtbar. Nachdem die Arbeiter Dachdeckung und Verschalung entfernt hatten, konnten sie die historische Konstruktion genauer untersuchen. Dabei zeigte sich laut Keber, dass einige Schäden deutlicher ausfallen als zunächst angenommen. Deshalb rechnet der Förderverein inzwischen mit zusätzlichen Kosten.

Gesamtsanierung kostet rund 1,5 Millionen Euro

Die Arbeiten beschränken sich nicht auf den Kirchturm. Die Arbeiter sanieren außerdem die Westfassade, Teile der Südfassade und die beiden Portale der Wallfahrtskirche. Das Gesamtprojekt hat derzeit ein Volumen von rund 1,5 Millionen Euro. Zuschüsse kommen nach Angaben des Fördervereins unter anderem von Bund, Land und der Ortsgemeinde Spabrücken.

Für die Sanierung der Glockenanlage fallen zusätzlich rund 65.000 Euro an. Diesen Betrag muss der Förderverein selbst finanzieren. Beim Glockenfest im vergangenen Jahr kamen bereits fast 7.000 Euro an Spenden zusammen. Zusätzlich läuft derzeit eine Patenschaftsaktion für die Glocken.

Lichterprozession findet trotz Baustelle statt

Trotz der laufenden Arbeiten soll die traditionelle Lichterprozession am 7. September stattfinden. Die Strecke führt wegen der Baustelle diesmal auf einer anderen Route. Die Madonna wird diesmal nicht über den Kirchvorplatz ins Dorf getragen, sondern durch das Kloster geführt. Auch der Festgottesdienst mit Weihbischof Robert Brahm soll wie geplant stattfinden.

Der Turm besteht noch aus der ursprünglichen Eichenholzkonstruktion mit Verbindungen aus Schmiedeeisen. Die Arbeiter restaurieren und erneuern nun Teile der Konstruktion. Wenn alles nach Plan läuft, bringen sie den Kirchturm Ende November wieder auf das Dach.


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