Eine Stadtführung verbindet morgen die historische Neustadt von Bad Kreuznach mit der seltenen Gelegenheit, das Eiskellermuseum im Zwingel zu besichtigen. Der Rundgang beginnt am Sonntag, 16. August, um 11 Uhr am Haus des Gastes in der Kurhausstraße.
Von dort führt der Weg über die Alte Nahebrücke mit ihren Brückenhäusern in die historische Neustadt. Die Teilnehmer erfahren, wie sich dieser Teil der Stadt, von dem die Entwicklung des heutigen Bad Kreuznach ausging, im Laufe der Jahrhunderte verändert hat.
Keller wurde in den Kauzenberg geschlagen
Ein besonderer Programmpunkt ist der Besuch des Eiskellermuseums. Der Keller gehört zur ehemaligen Brauerei Tesch, deren Gebäude im Jahr 1830 errichtet wurde.
Im hinteren Bereich der Brauerei wurde der Keller direkt in den Felsen des Kauzenbergs geschlagen. Dort herrscht im Sommer wie im Winter eine weitgehend gleichbleibende Temperatur.
Eisschollen aus der Nahe kühlten das Bier
Wenn die Nahe im Winter zugefroren war, wurden nach Angaben des Hobbyhistorikers Steffen Kaul Eisschollen aus dem Fluss gesägt und im Keller eingelagert. Durch die niedrige und konstante Temperatur blieb das Eis bis in den Hochsommer erhalten.
Die Brauerei verwendete es, um ihr Bier zu kühlen. Das Eis wurde außerdem für den eigentlichen Brauvorgang benötigt.
Spielzeugfabrik hinterließ Puppen und Figuren
Nach der Schließung der Brauerei zog im Jahr 1883 eine Spielzeugfabrik in das Gebäude ein. Deren Produktionsausschuss blieb in einer hohen Schuttschicht im Keller zurück.
Der später zufällig wiederentdeckte Eiskeller wurde 2008 von Steffen Kaul und weiteren Helfern in mühevoller Arbeit freigelegt. Dabei kamen unter anderem Puppenzubehör, kleine Figuren und weitere Gegenstände der ehemaligen Spielzeugfabrik zum Vorschein. Sie sind heute im Museum ausgestellt.
Kaul begleitet den Besuch als Hobbyhistoriker und Heimatliebhaber und berichtet über die Geschichte des Gebäudes und die Entdeckung des Kellers.
Die Führung beginnt am Sonntag, 16. August 2026, um 11 Uhr am Haus des Gastes in der Kurhausstraße 22–24. Die Teilnahme kostet zehn Euro, mit Gästekarte acht Euro. Kinder und Jugendliche nehmen kostenlos teil. Zeitgleich beginnt im Haus des Gastes auch die Vernissage einer neuen Ausstellung.
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