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Freimaurerloge übergibt historisches Archiv an die Stadt Bingen

(v.l.) Kulturamtsleiter Dr. Matthias Schmandt, Stadtarchivarin Petra Tabarelli, Georg Wolf, der Meister vom Stuhl Attila Brauchler, Dominik Brinkmann und Uwe Haut (alle Freimaurer) umrahmen Oberbürgermeister Thomas Feser (4.v.l.) beim Foto zur Übergabe des Logenarchivs.
Bild: Stadt Bingen / Markus Hembes

Die Binger Freimaurerloge „Zum Tempel der Freundschaft“ hat den Großteil ihres historischen Archivs an das Stadtarchiv Bingen übergeben. Die Unterlagen dokumentieren mehr als 150 Jahre Logen- und Stadtgeschichte und sollen künftig auch für Forschung und Archivbesucher zugänglich sein.

Die Freimaurerloge „Zum Tempel der Freundschaft“ hat am 28. Oktober einen großen Teil ihres historischen Archivs an das Stadtarchiv Bingen übergeben. Oberbürgermeister Thomas Feser nahm die Unterlagen gemeinsam mit Stadtarchivleiterin Petra Tabarelli und Kulturamtsleiter Dr. Matthias Schmandt entgegen. Bei dem Bestand handelt es sich um fünf Archivkartons. Darin befinden sich vor allem Schriftstücke aus der Nachkriegszeit, außerdem Protokolle, Korrespondenzen, Satzungen, Einladungen, Zeitungsberichte und Unterlagen zu Ausstellungen.

Unterlagen bleiben Eigentum der Loge

Die Dokumente werden dem Stadtarchiv als sogenanntes Depositum überlassen. Das bedeutet: Das Stadtarchiv bewahrt und erschließt die Unterlagen, Eigentümer bleibt aber weiterhin die Freimaurerloge. Nach Angaben der Stadt waren unter anderem begrenzte Lagerkapazitäten bei der Loge ein Grund für die Übergabe. Gleichzeitig sollen die Unterlagen künftig professionell aufbewahrt und unter den vereinbarten Bedingungen für Forschung und interessierte Archivbesucher zugänglich gemacht werden.

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Geschichte reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück

Die Loge „Zum Tempel der Freundschaft“ wurde 1867 gegründet. Ihre Wurzeln reichen nach Angaben der Stadt bis zu einem freimaurerischen Zusammenschluss aus dem Jahr 1860 zurück. Zu ihren Mitgliedern gehörten über viele Jahrzehnte Menschen aus Handel, Gewerbe, Bildung und Verwaltung sowie bekannte Binger Familien und jüdische Bürger der Stadt. Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte die Loge mehr als 60 Mitglieder. Während der Zeit des Nationalsozialismus musste die Loge 1937 ihr Logenhaus samt Inventar abgeben. Das Gebäude wurde später im Krieg getroffen und brannte aus. Nach dem Krieg entstand auf dem Grundstück ein neues Logenhaus.

Heute 25 Mitglieder

Heute zählt die Binger Freimaurerloge nach eigenen Angaben 25 Mitglieder im Alter zwischen 30 und 82 Jahren. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig, außerdem veranstaltet die Loge Gästeabende für Interessierte. Seit 33 Jahren sammelt die Loge zudem Spenden für die Musikschule der Volkshochschule Bingen.

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