In Bingen haben die Fastnachter am Schwerdonnerstag die Macht übernommen. Bei der traditionellen Gefangennahme der Obrigkeit setzten sie die Stadtspitze symbolisch in Ketten und übernahmen Burg Klopp sowie die Schlüsselgewalt über die Verwaltung.
Schlüssel und Stadtkasse übergeben
Unter der Federführung der Karnevalsgesellschaft Schwarze Elf versammelten sich zahlreiche Närrinnen und Narren im Burghof. Beim sogenannten „Burgbeben“ forderten sie die Herausgabe von Schlüssel und Stadtkasse. Oberbürgermeister Thomas Feser, Bürgermeister Ulrich Mönch und Beigeordneter Sebastian Hamann stellten sich der närrischen Anklage, konnten das Urteil jedoch nicht abwenden.
Humorvolles Tribunal im Burghof
Vor dem Narrenvolk wurden mehrere Anklagepunkte verlesen. Dabei ging es um die Zukunft der Rochuskapelle und das Gelöbnis von 1666. Außerdem forderten die Fastnachter neue Impulse für den Weihnachtsmarkt und mehr Kreativität bei der Nutzung der Innenstadt. Auch der städtische Weinberg an der Burg spielte eine Rolle: Er soll nach dem Willen der Narren wieder in Eigenregie bewirtschaftet werden.

Närrische Herrschaft bis Aschermittwoch
Mit der symbolischen Übergabe von Schlüssel und Stadtkasse sowie der Gefangennahme der Obrigkeit gilt die Machtübernahme als besiegelt. Seit 17:11 Uhr ist Bingen offiziell in Narrenhand. Die närrische Regentschaft dauert traditionell bis Aschermittwoch an.


