Der Standort des Biotechnologieunternehmens Biontech in Idar-Oberstein soll bis Ende 2027 geschlossen werden. Darüber wurde Oberbürgermeister Frank Frühauf von Dr. Andrea Schilz, Geschäftsführerin von Biontech IMFS Idar-Oberstein, informiert. Derzeit sind rund 440 Mitarbeitende an dem Standort beschäftigt.
Überkapazitäten als Hintergrund der Entscheidung
Nach Angaben von Dr. Schilz wurden die Standorte des Unternehmens umfassend geprüft. Dabei sei festgestellt worden, dass im Konzern-Netzwerk Überkapazitäten entstanden sind, die nun reduziert werden sollen. Von dieser Konsolidierung ist auch Idar-Oberstein betroffen.
Der Standort ist insbesondere auf die Herstellung von mRNA- sowie Zell- und Gentherapeutika in frühen klinischen Entwicklungsphasen spezialisiert. Zudem erfolgt dort Analytik und Qualitätskontrolle für den Pfizer-BioNTech COVID-19-Impfstoff.
Suche nach Käufer und sozialverträgliche Umsetzung
Biontech prüfe derzeit die Möglichkeit, den Standort zu verkaufen. Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen soll sozial verantwortungsvoll erfolgen, möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen. Hierzu wurde ein entsprechendes Betroffenenprogramm vereinbart.
Reaktion der Stadt Idar-Oberstein
„Diese Nachricht ist natürlich zunächst eine Hiobsbotschaft für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ihre Familien“, erklärt Idar-Obersteins Oberbürgermeister Frank Frühauf.
Der Wegfall der Arbeitsplätze bedeute zugleich eine Schwächung des Wirtschaftsstandorts Idar-Oberstein und der gesamten Region. Es handele sich um hochwertige Arbeitsplätze, die nun auf dem Spiel stünden.
Gleichzeitig äußerte sich der Oberbürgermeister vorsichtig optimistisch. „Der Standort verfügt über erstklassige Labore mit hohen Sicherheitsstufen sowie über hochqualifizierte Fachkräfte“, so Frühauf. Daher bestehe die Hoffnung, einen geeigneten Käufer und eine Nachfolgenutzung zu finden.
Perspektive für den Standort
Die vorhandenen Laboranlagen wurden erst kürzlich modernisiert. Bereits in der Vergangenheit waren dort Forschungseinrichtungen tätig, zunächst EUFETS und später Fresenius Medical Care.
Die Stadt Idar-Oberstein kündigte an, eine mögliche Neuansiedlung aktiv zu unterstützen und die Weiterentwicklung des Standorts zu begleiten.


