Seit vergangenen Freitag ist die B 422, Tiefensteiner Straße, wieder für den Verkehr freigegeben. Mit einem kleinen Fest im Autohaus Barth & Frey wurde die erfolgreiche Umsetzung der Baumaßnahme sowie das Ende der großräumigen Verkehrsumleitung gefeiert.
Tiefensteiner Straße nach 14 Monaten Bauzeit wieder freigegeben
„Heute ist ein guter Tag für den Stadtteil Tiefenstein“, erklärte Bürgermeister Friedrich Marx, der als zuständiger Dezernent die Bauarbeiten begleitet hatte. Nach einer reinen Bauzeit von 14 Monaten könne der Durchgangsverkehr wieder über die Tiefensteiner Straße fließen.
Die Vollsperrung der Bundesstraße hatte im Vorfeld für große Diskussionen gesorgt. Bürgermeister Marx betonte, dass alle beauftragten Planungsbüros geprüft hätten, ob eine Alternative zur Vollsperrung möglich sei. Das Ergebnis sei jedoch eindeutig gewesen: Die Maßnahme habe ausschließlich unter Vollsperrung umgesetzt werden können.
Man sei sich der erheblichen Auswirkungen auf Verkehrsteilnehmer sowie insbesondere auf die Geschäftsleute entlang der Tiefensteiner Straße bewusst gewesen. Umso erfreulicher sei es, dass die Bauarbeiten sowohl im vorgesehenen Zeitrahmen als voraussichtlich auch innerhalb der kalkulierten Kosten abgeschlossen werden konnten.
Marx dankte allen Beteiligten für ihre Arbeit. Besonders hob er die ausführende Firma A. Schwarz GmbH aus Idar-Oberstein hervor, deren Mitarbeiter durch zusätzliche Samstagsschichten dafür gesorgt hätten, dass die Straße pünktlich vor dem Veitsrodter Prämienmarkt fertiggestellt werden konnte. Ebenso würdigte er den Zusammenhalt der Anwohner und Geschäftsleute, die sich während der Bauzeit gegenseitig unterstützt hätten.
Umfangreiche Erneuerung der Infrastruktur
Im rund 440 Meter langen Bauabschnitt zwischen der Weiherschleife und der Seniorenwohnanlage Grimm wurden die Fahrbahn und die Gehwege vollständig ausgebaut. Zudem erneuerte beziehungsweise sanierte man die Straßenbeleuchtung sowie die Versorgungsleitungen für Wasser, Kanal, Gas, Strom und Telekommunikation.
Zusätzlich sanierte der Landesbetrieb Mobilität das Brückenbauwerk auf Höhe des Weiherschlösschens.
Nach Angaben der Stadt beliefen sich die Kosten der Ausbaumaßnahme einschließlich der Planung, jedoch ohne die Brückensanierung, auf rund 4,3 Millionen Euro. Bürgermeister Marx betonte, dass die Infrastruktur in diesem Bereich damit zukunftsfähig gemacht worden sei. Die Kosten für den Straßenausbau übernehme der Bund, da es sich um eine Bundesstraße handele.
Außerdem kündigte Marx an, dass auf der Tiefensteiner Straße zwischen der Weiherschleife und nahezu dem Bachweg in Fahrtrichtung Kirschweiler ein Fahrradschutzstreifen markiert werde. Dieser sei Bestandteil des vom Stadtrat beschlossenen Mobilitätskonzepts.
Der Bürgermeister wies zudem darauf hin, dass die Fortsetzung der Sanierungsarbeiten aufgrund des schlechten Zustands der Tiefensteiner Straße notwendig sei. Ein Zeitpunkt stehe jedoch noch nicht fest, da zunächst im Jahr 2027 die Fischbachbrücke durch den Landesbetrieb Mobilität saniert werden solle.
Lob für Zusammenarbeit aller Beteiligten
Auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner nahm an der Verkehrsfreigabe teil. Sie betonte, dass die Sperrung der Bundesstraße häufig Thema in Gesprächen mit ihr als örtlicher Bundestagsabgeordneter gewesen sei.
„Straßen verbinden, aber wenn sie gesperrt sind, merkt man erst, was dahintersteckt“, sagte sie. Und fügte hinzu: „Solche Maßnahmen sind natürlich nicht bequem, aber mit der heutigen Verkehrsfreigabe kommt ein Stück Alltag zurück.“
Bauunternehmer Marko Schwarz bezeichnete die Baumaßnahme ebenfalls als große Herausforderung. Rund 70 Prozent der Arbeiten hätten im Untergrund stattgefunden. Dass die Arbeiten dennoch termingerecht abgeschlossen werden konnten, sei nur durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich gewesen.
Auch Christian Grimm von der Seniorenwohnanlage Grimm sowie Michael Frey vom Autohaus Barth & Frey lobten die Zusammenarbeit. Sie erklärten, die betroffenen Unternehmen hätten sich gegenseitig unterstützt. Zwar habe die Sperrung wirtschaftliche Auswirkungen gehabt, insgesamt sei jedoch eine sehr gute Arbeit geleistet worden.
Neue Verkehrsregelung mit Fahrradschutzstreifen
Mit der Wiederfreigabe der Tiefensteiner Straße gilt zugleich eine neue Verkehrsführung. In Fahrtrichtung Kirschweiler wurde zunächst im ausgebauten Abschnitt ein Fahrradschutzstreifen markiert. Dieser soll später bis kurz vor den Bachweg verlängert werden.
Auf dem Schutzstreifen haben Radfahrer Vorrang. Andere Fahrzeuge dürfen ihn nur in Ausnahmefällen befahren, etwa wenn sie im Gegenverkehr Lastwagen oder Bussen ausweichen müssen. Dabei dürfen Radfahrer weder gefährdet noch behindert werden. Zudem gilt auf dem Schutzstreifen ein absolutes Park- und Halteverbot.


