Die Geschäftsführung des Jobcenters Bad Kreuznach hat in den vergangenen Wochen zentrale Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe im Landkreis besucht. Ziel war es, die Zusammenarbeit zu intensivieren, aktuelle Herausforderungen zu besprechen und die Unterstützung für betroffene Menschen weiter zu verbessern.
Verdeckte Wohnungslosigkeit im Fokus
Ein zentrales Thema der Gespräche war die sogenannte verdeckte Wohnungslosigkeit. Dabei handelt es sich um Menschen, die keine eigene Wohnung haben, jedoch nicht offiziell als obdachlos gelten, da sie vorübergehend bei Bekannten unterkommen oder zwischen verschiedenen Unterkünften wechseln.
Das Jobcenter sieht sich als verlässlicher Partner von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe im Landkreis Bad Kreuznach und lobte die gute Zusammenarbeit mit den sozialen Einrichtungen.
Unterstützung bei der Wohnungssuche
Im Projekt „Aktiv für Flüchtlinge 2.0“ unterstützen ehrenamtliche Mitarbeitende Menschen intensiv bei der Suche nach Wohnraum. Die Hilfe reicht von der Recherche in verschiedenen Medien über Gespräche mit Vermietern und Wohnungsbesichtigungen bis hin zur Prüfung von Mietverträgen und Beratung zur zulässigen Miethöhe bei Sozialleistungen. Auch nach erfolgreicher Vermittlung werden die Betroffenen weiterhin begleitet.
Bastgässjer als Anlaufstelle für Bedürftige
In der Gaststätte in der Bastgasse erhalten Bedürftige zweimal wöchentlich ein kostenloses warmes Mittagessen. Die Speisen werden aus gespendeten Lebensmitteln zubereitet. Zusätzlich betreibt die Einrichtung den Wohnwagenpark „Der Platz“ am Badenheimer Weg und bietet damit eine niedrigschwellige Unterkunftsmöglichkeit für Menschen ohne festen Wohnsitz.
Reling und Tafel leisten umfangreiche Hilfe
Der Treffpunkt Reling mit der Tafel Bad Kreuznach versorgt wöchentlich rund 900 Menschen in über 400 Haushalten. Täglich werden zahlreiche Frühstücke und Mittagessen zu geringen Kosten angeboten. Zudem stehen Dusch- und Waschmöglichkeiten zur Verfügung, und die Einrichtung dient als Postadresse für Wohnungslose.
Die Verantwortlichen sehen sich jedoch mit großen Herausforderungen konfrontiert. Insbesondere die Finanzierung gestaltet sich aufgrund rückläufiger Spenden zunehmend schwierig. Zudem wird eine steigende Zahl an Anfeindungen gegenüber obdachlosen Menschen beobachtet.
Umfangreiche Angebote der Kreuznacher Diakonie
Die Wohnungslosenhilfe der Stiftung kreuznacher Diakonie bietet unter anderem zehn Zimmer für Frauen sowie weitere Wohnmöglichkeiten für rund 50 Menschen im Stadtgebiet. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter begleiten die Betroffenen bei der Wohnungssuche und unterstützen sie langfristig.
Zusätzlich werden täglich Leistungen für Menschen ohne festen Wohnsitz ausgezahlt. Im Café Bunt erhalten Frauen ohne bürokratische Hürden Mahlzeiten und Aufenthaltsmöglichkeiten. Beim Besuch wurden auch Themen wie gesetzliche Änderungen in der Grundsicherung und die digitale Transformation der Verwaltung besprochen.
Doris Häfner-Kairo, Einrichtungsleiterin der Stiftung kreuznacher diakonie Wohnungslosenhilfe: „Über den regelmäßigen Austausch mit dem Jobcenter sind wir sehr dankbar. Wir können auf eine Zusammenarbeit setzen, die wirklich gut funktioniert.“
Eremitage Bretzenheim als Erfolgsmodell
In der Eremitage Bretzenheim leben derzeit rund 50 Menschen. Die Einrichtung beschäftigt etwa 27 Mitarbeitende, darunter auch ehemalige Bewohner. Durch verschiedene Fördermaßnahmen gelingt es, Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter wird dabei als besonders erfolgreich bewertet.
Gemeinsames Ziel: Unterstützung weiter ausbauen
Die Besuche haben gezeigt, dass die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe im Landkreis Bad Kreuznach täglich wichtige Arbeit leisten – oft unter schwierigen Bedingungen und mit großem ehrenamtlichen Engagement.


