Die Schriftstellerin Monika Helfer wird mit der Carl-Zuckmayer-Medaille 2026 ausgezeichnet. Die höchste Kulturauszeichnung des Landes Rheinland-Pfalz wurde ihr von Ministerpräsident Alexander Schweitzer verliehen. Damit würdigt das Land ihr besonderes Engagement für die deutsche Sprache und ihre eindringliche literarische Stimme.
Würdigung einer leisen, kraftvollen Erzählerin
In seiner Rede hob der Ministerpräsident hervor, dass Monika Helfer – ähnlich wie Namensgeber Carl Zuckmayer – die Kunst beherrsche, mit einfacher und ehrlicher Sprache große Wirkung zu erzielen. Ihre Texte zeichneten sich durch einen genauen Blick auf Menschen und gesellschaftliche Zusammenhänge aus. Besonders jene, die oft übersehen würden, erhielten in ihren Erzählungen eine Stimme.
Feierliche Preisverleihung in Mainz
An der Verleihung im Mainzer Staatstheater nahmen rund 700 Gäste aus Politik, Kultur, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft teil. Auch Schülerinnen und Schüler aus Mainzer Schulen waren eingeladen. Zu den Gästen zählten zudem frühere Preisträger wie Robert Menasse und Nora Gomringer. Die Laudatio hielt die österreichische Autorin Verena Kaiser.
Große Anerkennung für autobiografische Romane
Einem breiten Publikum wurde Monika Helfer vor allem durch ihre stark autobiografisch geprägten Werke bekannt. Mit der Familien-Trilogie „Die Bagage“, „Vati“ und „Löwenherz“ erreichte sie eine große Leserschaft und nachhaltige öffentliche Aufmerksamkeit. Ihre Bücher machen deutlich, wie Herkunft Lebenswege prägt – ein Thema, das auch gesellschaftspolitische Fragen berührt.
Kultur als Grundversorgung
Der Ministerpräsident betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Bildungsgerechtigkeit und kultureller Teilhabe. Kultur sei in Rheinland-Pfalz ein zentraler Bestandteil der gesellschaftlichen Grundversorgung und verbinde Generationen sowie soziale Milieus.
Hintergrund zur Carl-Zuckmayer-Medaille
Die Carl-Zuckmayer-Medaille erinnert an den rheinhessischen Dramatiker Carl Zuckmayer und wird seit 1979 jährlich am 18. Januar verliehen. Zum Preis gehören eine individuell gestaltete Medaille des Künstlers Otto Kallenbach sowie ein 30-Liter-Fass Nackenheimer Wein, Zuckmayers Lieblingswein.