Die Bettensteuer in Mainz soll ab Juli 2026 eingeführt werden und Übernachtungen in der Landeshauptstadt verteuern. Der Stadtrat entscheidet heute über die neue Abgabe, mit der Millionen für Kultur, Tourismus und den städtischen Haushalt eingenommen werden sollen.
Was bisher bekannt ist:
- Einführung der Bettensteuer ab 1. Juli 2026 geplant
- Bis zu 4 Millionen Euro Einnahmen pro Jahr erwartet
- Hotelgäste sollen zwischen 2 und 5 Euro zusätzlich zahlen
Mainz will sich künftig stärker über den Tourismus finanzieren. Mit der geplanten Bettensteuer sollen Besucher der Stadt künftig einen kleinen zusätzlichen Beitrag leisten – je nach Zimmerpreis zwischen zwei und fünf Euro pro Nacht.
Die Stadt rechnet mit erheblichen Mehreinnahmen. Bereits im zweiten Halbjahr 2026 könnten rund zwei Millionen Euro in die Kasse fließen, langfristig werden bis zu vier Millionen Euro pro Jahr erwartet. Angesichts angespannter Haushalte setzt Mainz damit auf ein Modell, das in vielen deutschen Großstädten längst etabliert ist.
Mainz Bettensteuer soll Kulturangebote absichern
Nach Angaben von Oberbürgermeister Nino Haase sei die neue Abgabe notwendig, um touristische und kulturelle Angebote dauerhaft finanzieren zu können. Die Stadt investiert derzeit jährlich zwischen acht und zehn Millionen Euro in Veranstaltungen und Einrichtungen, die weit über Mainz hinaus Besucher anziehen.
Dazu zählen unter anderem die Straßenfastnacht, die Johannisnacht oder das Gutenbergmuseum. Genau diese sogenannten freiwilligen Leistungen geraten bei klammen Haushalten jedoch zunehmend unter Druck der Kommunalaufsicht.
Auch Finanzdezernent Daniel Köbler verweist darauf, dass Städte neue Einnahmequellen erschließen müssten, um steigende Defizite auszugleichen. Die Bettensteuer gilt dabei als vergleichsweise zielgerichtetes Instrument: Wer touristische Infrastruktur nutzt, beteiligt sich anteilig an deren Finanzierung.
Hotels sollen die Abgabe einziehen
Geplant ist ein gestaffeltes Modell. Bei günstigen Übernachtungen bis 50 Euro werden zwei Euro fällig, bei höheren Zimmerpreisen steigt die Abgabe auf maximal fünf Euro pro Nacht.
Eingezogen wird das Geld über Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe. Diese berechnen die Steuer direkt beim Gast und führen sie anschließend an die Stadt ab. Genau an diesem Punkt setzt allerdings die Kritik des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga an.
Der Verband warnt vor zusätzlicher Bürokratie und argumentiert, die Kosten könnten nicht immer einfach an Gäste weitergegeben werden. Gerade bei bereits abgeschlossenen Buchungen müssten Hotels die Belastung möglicherweise selbst tragen.
Erinnerungen an die Debatte in Bad Kreuznach
Die Diskussion erinnert auch an Bad Kreuznach. Dort war eine ähnliche Bettensteuer 2025 nach massiver Lobbyarbeit des Dehoga politisch gescheitert. Kritiker sahen damals Nachteile für Hotellerie und Gastronomie, Befürworter verwiesen dagegen auf dringend benötigte Einnahmen für die Stadt.
In Mainz scheint die politische Unterstützung diesmal größer zu sein. Viele Kommunen stehen inzwischen unter erheblichem finanziellen Druck und suchen nach Möglichkeiten, freiwillige Leistungen überhaupt noch finanzieren zu können, ohne die Belastung für Einwohner weiter zu erhöhen.
Entscheidung fällt heute im Stadtrat
Ob die Mainz Bettensteuer tatsächlich kommt, entscheidet der Stadtrat am heutigen 6. Mai. Sollte die Satzung beschlossen werden, könnte die neue Abgabe bereits ab dem 1. Juli 2026 gelten.
Geplant ist außerdem eine Überprüfung nach drei Jahren. Dann will die Stadt analysieren, welche Auswirkungen die Steuer auf Tourismus, Wirtschaft und Einnahmen tatsächlich hatte.
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