Krönung, Bierfassanstich, eine Weinprobe mit Jean-Claude Juncker und zahlreiche Begegnungen: Die ersten Wochen im Amt der Alzeyer Weinkönigin waren für Anna I. intensiv. Die 21-Jährige hat bereits viele besondere Momente erlebt und parallel konkrete Pläne für ihre zweijährige Amtszeit entwickelt. Das Alzeyer Winzerfest kannte Anna Sträter zuvor als Besucherin und Helferin hinter den Kulissen. Als gekrönte Repräsentantin nahm sie das Fest jedoch völlig neu wahr.
Vom ersten Moment an im Mittelpunkt
Mit der Krönung am Winzerfestfreitag begann das Amt ohne längere Eingewöhnungsphase. Schon wenige Minuten später folgten die ersten Termine, Gespräche und Begegnungen. Fünf Tage lang stand Anna I. bei den unterschiedlichen Programmpunkten im Mittelpunkt. Auf diese Situation könne man sich nicht vollständig vorbereiten, erklärte sie rückblickend. Der Start sei ein Sprung ins kalte Wasser gewesen. Ihre Erfahrungen aus den vergangenen Winzerfesten halfen ihr zwar bei der Orientierung. Öffentliche Auftritte, Reden und ihre neue Rolle als Repräsentantin waren dennoch ungewohnt.
Kinder beeindruckt von einer echten Königin
Zu den persönlichen Höhepunkten gehörte für Anna I. der Freisaftausschank für Kinder aus dem Max auf dem Roßmarkt. Besonders in Erinnerung blieben ihr die leuchtenden Kinderaugen, die anfängliche Ehrfurcht vor der Krone und die zahlreichen gemeinsamen Fotos. Solche ungezwungenen Begegnungen hätten ihre ersten Wochen besonders geprägt. Auch von den Erwachsenen sei sie offen aufgenommen worden. Die Krone erleichtere es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen.
Weinprobe mit Jean-Claude Juncker wirkt nach
Ein weiterer besonderer Moment war die Weinprobe mit dem früheren EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker. Er erhielt beim Winzerfest in diesem Jahr die Georg-Scheu-Plakette. Erst einige Tage später sei ihr bewusst geworden, welches Privileg eine solche Begegnung darstelle. Mit bedeutenden Persönlichkeiten an einem Tisch zu sitzen und sich direkt mit ihnen auszutauschen, sei keineswegs selbstverständlich.
Herzlicher Empfang beim Ingelheimer Rotweinfest
Kurz nach dem Alzeyer Winzerfest besuchte Anna I. das Ingelheimer Rotweinfest. Dort war sie nicht selbst Gastgeberin, sondern konnte die Veranstaltung als eingeladene Repräsentantin erleben. Nach den intensiven Festtagen in der eigenen Stadt empfand sie diesen Besuch als vergleichsweise entspannt. Von den anderen Weinmajestäten wurde sie nach eigener Aussage herzlich und respektvoll aufgenommen. Das Netzwerk der Weinhoheiten beschreibt sie als große Familie, die von gegenseitiger Unterstützung und gemeinsamer Freude an der Aufgabe geprägt sei.
Rund 30 Pflichttermine und zahlreiche weitere Auftritte
Während ihrer zweijährigen Amtszeit stehen pro Jahr rund 30 Pflichttermine im Kalender. Tatsächlich dürfte die Zahl der Auftritte deutlich höher liegen. Am kommenden Wochenende besucht Anna I. den Gau-Odernheimer Markt. Eine Woche später nimmt sie an der Markteröffnung in Nieder-Hilbersheim teil. Dabei möchte sie weitere Kontakte zu anderen Weinhoheiten knüpfen und gemeinsame Projekte für soziale Netzwerke entwickeln. Das Ziel sei, die gesamte Region gemeinsam sichtbarer zu machen.
Engere Zusammenarbeit mit den Alzeyer Winzern
Anna I. möchte die örtlichen Winzern stärker in ihr Amt einbinden. Sie verstehe sich nicht nur als Repräsentantin der Stadt und ihrer Menschen, sondern auch der Weinbaubetriebe. Eine engere Zusammenarbeit könne beispielsweise entstehen, wenn bei offiziellen Anlässen Weine aus Alzey und insbesondere vom Stadtweingut verschenkt werden.
Amt soll moderner und sichtbarer werden
Die Weinkönigin möchte zeigen, wie vielfältig ihre Aufgabe ist und welche Möglichkeiten sie für die Stadt und die Region eröffnet. Dabei müsse sie nicht bei jedem Auftritt im klassischen Kleid erscheinen. Ihre Botschaft richtet sich auch an mögliche Nachfolgerinnen: Um Alzeyer Weinkönigin zu werden, brauche man kein eigenes Weingut. Entscheidend seien Neugier, Offenheit und die Freude daran, die Stadt zu vertreten. Den intensiven Start beschreibt Anna I. als positiven Stress. Vieles habe sie zum ersten Mal erlebt. Einige Aufgaben dürften im kommenden Jahr bereits vertrauter sein – die ersten unvergesslichen Erinnerungen hat sie aber schon gesammelt.
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