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Arbeitsmarkt im Kreis Bad Kreuznach: Mehr offene Stellen, aber weiterhin hohe Arbeitslosigkeit

Bild: Dorothee Weißmann

Bad Kreuznach. Die Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner hat sich mit dem Leiter des Jobcenters Bad Kreuznach, Joey Isted, und dessen Stellvertreterin Patricia Reidenbach über die aktuelle Arbeitsmarktsituation im Landkreis ausgetauscht.

Neben den neuesten Zahlen ging es bei dem Gespräch um Sprachförderung, Qualifizierung, die Vermittlung in Arbeit sowie die geplante Jugendberufsagentur.

6.217 Menschen arbeitslos gemeldet

Im August waren im Landkreis Bad Kreuznach 6.217 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren weniger als noch im Juli. Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 7,1 Prozent.

Bundesweit lag die Quote im gleichen Zeitraum bei 6,5 Prozent. Gleichzeitig gab es im Kreis zuletzt 1.373 offene Stellen. Das entspricht einem Zuwachs von 13,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Klöckner betonte, hinter den Zahlen stünden Menschen mit unterschiedlichen Geschichten und Voraussetzungen. Ziel müsse es sein, Arbeitssuchende nicht nur zu verwalten, sondern ihnen den Weg in eine möglichst dauerhafte Beschäftigung zu eröffnen.

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Sprache als Schlüssel zur Integration

Nach Einschätzung der Jobcenter-Verantwortlichen und der Bundestagsabgeordneten spielt der Spracherwerb eine zentrale Rolle für die Integration in Ausbildung und Arbeit.

Wer Deutsch spreche und verstehe, habe bessere Chancen, sich im Betrieb einzubringen und den Alltag selbstständiger zu gestalten, so Klöckner. Sprachförderung und Arbeitsmarktintegration müssten deshalb eng miteinander verknüpft werden.

Jugendberufsagentur geplant

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Unterstützung junger Menschen beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf. Die Zusammenarbeit mit Schulen soll weiter intensiviert werden.

Mit der geplanten Jugendberufsagentur sollen verschiedene Ansprechpartner und Institutionen enger kooperieren. Ziel ist es, junge Menschen frühzeitig zu erreichen und zu verhindern, dass sie beim Übergang in Ausbildung oder Beruf den Anschluss verlieren.

Seit Oktober haben sich laut Angaben rund 1.500 junge Menschen bei der Berufsberatung als ausbildungsstellensuchend gemeldet. Ihnen standen mehr als 2.000 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber. Aktuell seien noch rund 470 Ausbildungsplätze unbesetzt, während etwa 360 Jugendliche weiterhin auf der Suche seien.

Neue Grundsicherung und mehr Spielraum vor Ort

Auch die neue Grundsicherung war Thema des Austauschs. Sie hat nach Angaben aus dem Gespräch am 1. Juli 2026 das Bürgergeld abgelöst. Der Schwerpunkt liege stärker auf der Vermittlung in Arbeit und Ausbildung sowie auf verbindlicher Eigenverantwortung.

Qualifizierung und Weiterbildung sollen weiterhin möglich sein, wenn sie eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt verbessern können. Die ersten Rückmeldungen aus der Praxis seien positiv, hieß es.

Die Leitung des Jobcenters wünsche sich zudem mehr Entscheidungsspielraum für die Mitarbeitenden vor Ort. Nicht jede Lebenssituation passe in ein starres Regelwerk, sagte Klöckner. Beschäftigte im Jobcenter müssten deshalb dort flexibel entscheiden können, wo es sinnvoll sei.

Auch Datenschutzfragen könnten die Zusammenarbeit verschiedener Stellen erschweren. Der Schutz persönlicher Daten sei wichtig, dürfe aber eine sinnvolle Kooperation von Behörden und Beratungsstellen nicht unnötig behindern.

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